Montag , 28. September 2020
In die Heide fährt schon regelmäßig ein Fahrradbus, nun soll ein ähnliches Angebot von Lüneburg zur Elbe hinzukommen. Foto: dth

Fahrradbus fährt an die Elbe

Bleckede. Das Angebot für Radfahrer wird attraktiver. In der Region wird künftig ein weiterer Radwanderbus rollen, vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) Lüneburg an die Elbe. Der Mobilitätsausschuss des Kreistages gab grünes Licht für den Bus, der nach derzeitigen Planungen an Wochenenden und Feiertagen während der Tourismus-Saison fährt. Auf einer separaten Linie soll der Bus mit Anhänger ab Mai 2021 die Haltestellen ZOB, Neetze-Dorfplatz, Bleckede-Bahnhof, Bleckede-Fähranleger, Dahlenburg-Markt und Neu Darchau-Hafen ansteuern.

Bei der Kostenkalkulation für das Vorhaben geht die Kreisverwaltung von vier Fahrten je Richtung am Sonnabend, Sonntag und an Feiertagen aus, berichtete Merle Rahmann vom Fachdienst Schule und Kultur, bei dem der ÖPNV angesiedelt ist, in der jüngsten Ausschusssitzung. Für Fahrten von Mai bis September würden dem Kreis Gesamtkosten in Höhe von rund 42.000 Euro entstehen, zuzüglich der Anschaffungskosten für den Anhänger mit gut 19.500 Euro.

„Der Bus ist eine gute Ergänzung“

Vor dem Hintergrund, dass es in der Heide und an der Elbe schon mehrere Shuttle-Angebote für Ausflügler und Urlauber gibt, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, hat der Regionalverband Elbe-Heide im Verkehrsclub Deutschland (VCD) den zusätzlichen Bus nach Bleckede/Neu Darchau vorgeschlagen. „Die für Touristen besonders attraktive Elbtalaue ist leider für Radfahrer von Lüneburg zu weit entfernt“, begründete Leo Demuth vom VCD den Antrag, der vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) unterstützt wird.

Bei der Mehrheit der Ausschussmitglieder stieß Demuth auf offene Ohren. „Der Bus ist eine gute Ergänzung, denn im Bereich der Elbtalaue herrscht bislang gähnende Leere bei einem solchen Angebot“, meinte Achim Gründel (SPD). Sein Fraktionskollege Andreas Köhlbrandt sieht sogar einen größeren Bedarf über den touristischen Wochenend- und Feiertagsbetrieb hinaus. „Viele Anwohner der Elbe, die morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Lüneburg fahren, könnten die neue Linie nach Feierabend für die Heimfahrt nutzen, wenn es zum Beispiel regnet“, erklärte er.

Petra Kruse-Runge (Grüne) sieht ebenfalls Perspektiven über den Tourismus hinaus. „Vielleicht werden Pendler aus der Region ermutigt, ein solches Angebot zu nutzen, wenn langfristig die Fahrradmitnahme im Regelverkehr auf diese Weise ermöglicht wird.“

Schulische Mitnutzung

Nicht nur das. Jens-Peter Schultz (SPD) meinte, der Radwanderbus könnte darüber hinaus für Schulausflüge an die Elbe zur Verfügung stehen, wenn er nicht für den Tourismus im Einsatz ist. „Die schulische Mitnutzung könnte für eine bessere Auslastung sorgen und wäre damit eine Finanzierungsidee für den Anhänger.“

Bedenken gab es von Martin Gödecke (Unabhängige) und Wilhelm Kastens (CDU). Beide sehen eine mögliche Konkurrenz zur Bleckeder Kleinbahn, deren Reaktivierung geplant ist. Denn auch im Zug wäre eines Tages der Fahrradtransport von Lüneburg an die Elbe möglich.

Doch Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer konnte die Vorbehalte entkräften und die beiden Ausschussmitglieder überzeugen. „Die Bahn geht immer vor. Fährt sie, fährt der Bus nicht“, sagte er. Am Ende stimmte der Ausschuss bei einer Enthaltung für den neuen Radbus. Das letzte Wort bei dem Thema hat der Kreisausschuss bei einer seiner nächsten Sitzungen.

Von Stefan Bohlmann