Wahlkreise
Die Samtgemeinde Amelinghausen soll dem Wahlkreis Soltau zugeordnet werden. (Foto: Adobe Stock)

Amelinghausen muss nach Soltau

Der Landkreis Lüneburg wächst einfach zu schnell. Zu viele Einwohner bedeutet ein Aufteilung in bis zu vier Wahlkreise für die kommende Landtagswahl. Das bedauern hiesige Politiker.



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Der Landkreis Lüneburg wächst einfach zu schnell. Zu viele Einwohner bedeutet ein Aufteilung in bis zu vier Wahlkreise für die kommende Landtagswahl. Das bedauern hiesige Politiker.

Lüneburg. Für die Landtagswahl im Herbst 2022 wird es Veränderungen in der Region geben. Das Kreisgebiet könnte in bis zu vier Wahlkreise aufgeteilt werden. Bei der vorletzten Wahl waren es noch zwei, doch bereits zur Wahl 2017 wurde die Samtgemeinde Ilmenau dem Wahlkreis Uelzen zugeschlagen. Jetzt soll die Samtgemeinde Amelinghausen zum Wahlkreis Soltau zugeordnet werden.

Die steigenden Einwohnerzahlen in der Region sind hierfür der Grund: Der bisherige Wahlkreis 49 (Lüneburg) mit der Hansestadt und den Samtgemeinden Amelinghausen, Gellersen und Bardowick liegt mit 27,01 Prozent deutlich über dem Durchschnitt von 69 559 Wahlberechtigten – und auch über der geduldeten Abweichung von bis zu 25 Prozent nach oben und unten.

Landeswahlleiterin Ulrike Sachse hatte bereits vor zwei Jahren Druck gemacht, dies zu ändern. Die CDU-Landtagsfraktion unterbreitete einen Vorschlag, danach wäre das Kreisgebiet in drei Wahlkreise eingeteilt worden: Die Hansestadt hätte dann ihren eigenen Wahlkreis bekommen, Bleckede, Amt Neuhaus und Dahlenburg würden weiter mit Lüchow-Dannenberg den Wahlkreis Elbe bilden und das restliche Kreisgebiet wäre zum Wahlkreis Lüneburg-Land zusammengefasst worden.

Doch nach LZ-Informationen hat jetzt die SPD hier ihre Zustimmung verweigert. In dem Fall wären etwa im schrumpfenden Landkreis Northeim zwei Wahlkreise zusammengelegt worden. Warum die Sozialdemokraten da nicht mitspielen wollten? Sie würden im Süden des Landes einen relativ sicheren Wahlkreis verlieren, während das nordöstliche Niedersachsen als Domäne der CDU gilt. Die SPD wiederum hatte stattdessen vorgeschlagen, einen zusätzlichen Wahlkreis zu bilden.

Neuer Wahlkreis scheiterte – unterschiedliche Gründe

Jetzt stehen zwei Varianten zur Diskussion. Entweder wechselt nur Amelinghausen nach Soltau und die restliche Aufteilung des Landkreises bliebe wie 2017. Alternativ steht auch zur Diskussion, ob die Samtgemeinde Ilmenau vom Wahlkreis Uelzen ebenfalls nach Soltau wechselt.

„Das ist ein schwerer Schlag für unsere Region“, kritisiert Lüneburgs CDU-Kreisvorsitzender Felix Petersen die Absprachen in Hannover. „Wir haben so gut wie keine Verbindung nach Soltau“, bemerkt er. Der Region werde es noch schwerer fallen, mit einer Stimme ihre Interessen in der Landeshauptstadt zu vertreten.

„Ich finde das sehr unglücklich“, sagt auch SPD-Unterbezirksvorsitzende und Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers. „Ich hätte es gut gefunden, wenn wir einen zusätzlichen Wahlkreis im Land hätten bilden können.“ Das wiederum hätten die Christdemokraten abgelehnt, bedauert sie.

Von Marc Rath

Der Landkreis Lüneburg wächst einfach zu schnell. Zu viele Einwohner bedeutet ein Aufteilung in bis zu vier Wahlkreise für die kommende Landtagswahl. Das bedauern hiesige Politiker.



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