Dienstag , 29. September 2020
Martina Kettnerm wird mit ihrem Team in der Kita Heidkamp ab Mittwoch wieder mehr Kinder betreuen. Die neuen Regeln für die Notbetreuung sollen ab Mittwoch umgesetzt werden. Foto: t&w

Doppelt so viele Plätze für die kleinsten Lüneburger

Lüneburg. Langsam aber sicher soll auch in den Kindertagesstätten wieder Normalität einkehren. Dazu hatte das Land Niedersachsen einen Stufenplan zum Ausstieg aus der Notbetreuung bereitgestellt. Wie die LZ berichtete, sollte die Gruppengröße demnach ab dem 18. Mai auf bis zu 40 Prozent der normalen Größe aufgestockt werden. Dieser Plan ist allerdings bereits überholt, gab Jutta Bauer, Leiterin des Bereichs Bildung und Betreuung der Stadt, in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses bekannt.

Die Kindertagesstätten dürfen ihre Notbetreuung direkt auf 50 statt 40 Prozent ausweiten, das bedeute: 13 Kinder in den Kindertagesstätten, acht in den Krippen und zehn in den Horten. Diese Regelung darf bereits ab Montag umgesetzt werden, in den städtischen Einrichtungen soll es am Mittwoch losgehen.

Künftige Erstklässler haben jetzt auch einen Anspruch

Derzeit befinden sich in Lüneburg 591 Kinder in der Notbetreuung. Das sind neben den Kindern, von denen ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet, solche, die sich in Notlagen befinden. Nun wird die Betreuung für Kinder mit besonderem Förderbedarf und für Vorschulkinder geöffnet. „Die einzelnen Einrichtungen stellen derzeit zusammen, welche Kinder einen besonderen Bedarf haben“, erläutert Jutta Bauer.

Dazu kämen dann 271 Kinder, die im Sommer eingeschult werden sollen. „Das ist eine große Zahl, da könnte es mit den Betreuungsplätzen knapp werden. Wir gehen aber davon aus, dass sich einige Eltern privat organisieren werden, dann sollte das alles hinkommen“, meint die Sozialdezernentin Pia Steinrücke. Wer Bedarf an einer Notbetreuung hat, solle sich über das Bürgertelefon der Stadt unter (04131) 3093100 melden. „Eltern von Kita-Kindern in freier Trägerschaft setzen sich bitte direkt mit ihrer Einrichtung in Verbindung.“

Wie im April sollen die Elternbeiträge für städtischen Einrichtungen auch im Mai ausgesetzt werden. „Ob und in welcher Höhe die Eltern die Beiträge noch nachzahlen müssen, hängt davon ab, ob die Kommunen Kompensationsmittel erhalten werden“, betont Jutta Bauer. Da der Regelbetrieb in den Kitas wohl erst im August wieder beginnen kann, werden die Beiträge für Juni und Juli voraussichtlich ebenfalls ausgesetzt – sofern keine Notbetreuung in Anspruch genommen wird.

Rat entscheidet über Regelung für Tagesmütter

Jutta Bauer macht deutlich: „Bestenfalls müssen die Eltern gar nichts nachzahlen. Wenn es aber doch dazu kommen sollte, sind auf keinen Fall drei Monatsbeiträge auf einmal fällig. Da können wir dann Ratenzahlungen einführen oder auch über bestimmte Härtefallregelungen nachdenken.“

Auch die Tagespflegepersonen dürfen ab dem heutigen Montag wieder ganz normal betreuen. Viele von ihnen mussten im April ihre Urlaubs- und Krankheitstage aufbrauchen, um trotz Arbeitsausfall weiter Gehalt beziehen zu können. Deshalb sollen die Ausfallzeiten von Kindertagespflegepersonen in diesem Jahr um vier Wochen verlängert werden. „Dafür wird aber eine Satzungsänderung benötigt. Darüber wird in der nächsten Ratssitzung am 4. Juni abgestimmt“, sagt Thorsten Treybig, Fachbereichsleiter Familie und Bildung bei der Stadt.

Von Lilly von Consbruch