Samstag , 19. September 2020
Bienen zum Ausmalen bekamen die Kinder der Kita Brackede geschickt. Einige sind schon zurück. Foto: t&w

Post aus der Kita

Lüneburg/Bleckede. Seit nunmehr über sechs Wochen sind die Kitas in Stadt und Kreis geschlossen. Die Ungeduld wächst bei Kindern, Eltern, aber auch den Erzieher n. „Uns fehlen unsere Schützlinge schon sehr“, berichtet Heike Bieletzki, die Leiterin des Kindergartens Brackede in Bleckede. 35 Kinder werden hier normalerweise betreut, momentan sind es vier bis fünf, die die Notbetreuung in Anspruch nehmen. „Alles Kinder, deren Eltern in der Pflege arbeiten“, erklärt Bieletzki. „Den anderen Kindern fehlt der Kontakt zu ihren Freunden und zu uns auch ungemein, aber was sollen wir machen. Das ist eine harte Zeit gerade, für uns alle.“

Was sie beruhigt: „Der Gedanke daran, dass wir hier auf dem Land sind. Die meisten Familien haben einen Garten, in dem die Kinder weiterhin toben und spielen können, wenn auch ohne ihre Kumpanen.“

„Jedes einzelne kam zurück“

Um den Kindern zu zeigen, dass sie auch weiterhin für sie da sind, haben die Erzieher in Brackede sich einige Aktionen ausgedacht: Per Post schickten sie ein auf Karton geklebtes Kleeblatt zum Ausmalen an jedes Kind nach Hause, mit vielen Grüßen. „Jedes einzelne kam zurück“, erzählt Heike Bieletzki begeistert. „Es waren viele nette Zeilen dabei, ,Schade, dass wir nach Ostern nicht wiederkommen dürfen‘, ,Ich freue mich darauf, euch wiederzusehen‘, das hat uns auch sehr gut getan.“

Nun hat das Kita-Team Tütchen mit Bienenblumen-Samen verschickt. Jedes Kind hat einen eigenen Blumentopf vor der Kita, in den es die Samen gemeinsam mit seinen Eltern säen kann, im Umschlag mit dabei war auch eine Biene zum Ausmalen. „Die Hälfte der Bienen ist schon zurück“, sagt Bieletzki stolz. „Die haben wir einlaminiert, und nun hängen sie an unserem Zaun.“ Es mache Spaß, den Kindern zuzusehen, wie eifrig sie mit den Samen hantieren und wie sie sich freuen, die Erzieher wiederzusehen. Bieletzki: „Wieder ein paar Sätze mit den Kindern wechseln zu können, sie fröhlich zu sehen, das bedeutet uns schon wahnsinnig viel.“

Suchaktion mit selbstbemalten Regenbogensteinen

Die Kita Ochtmissen hat in ihrem Garten an drei Tagen in den vergangenen Wochen ein Action Painting für die Kita-Kinder veranstaltet, berichtet Leiterin Manuela Panck: „Wir haben für jede Familie einzelne Termine vergeben, sodass die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen eingehalten wurden. Die Kinder durften dann ein eigenes großes Plakat mit Farbe bewerfen oder besprühen. Zudem hatte jede Kita-Gruppe eine große Leinwand, auf der sich jedes Kind mit Farbe verewigen durfte. Die Kinder hatten riesigen Spaß bei der Aktion.“ Die einzelnen Kunstwerke der Kinder bringen die Erzieher vor die Haustür der Familien, die Gruppenbilder werden zukünftig in den jeweiligen Kita-Gruppen aushängen. Kontakt halten die Erzieher der Kita außerdem durch persönliche Briefe, Anrufe oder „Fenstergespräche“. Hierbei können die einzelnen Familien nach vorheriger Absprache in der Kita vorbeikommen und sich mit dem Kita-Team austauschen. Auch das Austeilen kleiner Osterüberraschungen oder kleiner Geburtstagsgeschenke vor den Haustüren der Familien sowie eine Suchaktion mit selbstbemalten Regenbogensteinen für die Kinder hat das Team der Kita organisiert.

Manuela Panck freut sich über den großen Anklang bei den Kindern und Eltern: „Wir haben sehr viele positive und liebevolle Rückmeldungen bekommen. Wir freuen uns, dass der Kontakt trotz Corona so gut bestehen bleibt und planen schon die nächsten Aktionen.“

Von Lea Schulze