Marie-Luise Braun will mit ihrem Buch Frauen für ihren beruflichen Werdegang motivieren. Foto: Angela von Brill

Aus Sicht der Frauen

Lüneburg. Mit ihrem neuen Buch „Spitzenkräfte. Portraits von Frauen in Führungspositionen“ möchte Marie-Luise Braun keine Ratschläge erteilen. Es soll auch keine „Zutatenliste für den Weg in eine Führungsposition sein“, meint die Leuphana-Dozentin. Vielmehr sei es ein Angebot, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. „Frauen können sich beim Lesen für den eigenen beruflichen Weg inspirieren lassen.“ Dafür hat die Autorin zwölf Frauen aus verschiedenen Branchen interviewt und mit ihnen über ihren Werdegang gesprochen.

Bevor Braun vor etwa einem Jahr mit den ersten Interviews begann, diskutierte sie in ihrem Freundeskreis viel über das Thema. „Wie viele Frauen in Führungspositionen kenne ich eigentlich? Und warum zeigen diese Frauen sich so selten?“, fragte sie sich und entwickelte ein immer größeres Interesse, tiefer in das Thema einzutauchen. Braun: „Mir ist schnell klar geworden: Frauen fehlen in dieser Hinsicht Vorbilder. Dabei ist das enorm wichtig.“

Eine Gesamtschau des Lebens

Genau diese Lücke versucht sie mit ihrem Buch nun zu schließen. In den Interviews gehe es um konkrete Probleme, mit denen Frauen in Führungspositionen umgehen müssen. „Jede Frau zeigt aber einen individuellen Lösungsweg dafür auf“, meint Braun. Die Interviews seien eine Gesamtschau des Lebens aus der Perspektive der jeweiligen Frau. „Die einzelne Person steht im Vordergrund, sie erzählt von ihrem Werdegang und gibt Einblicke in ihr Leben.“

Dabei werden auch Fragen thematisiert, die sich die Leserinnen am Ende des Buches selbst stellen sollten, meint Braun. „Welche Werte verfolge ich? Was ist für mich eine Führungsposition? Und was bringe ich dafür mit?“

Es gibt fast überall die gleichen Probleme

Neben Antje Boetius, Leiterin des Alfred-Wegener-Instituts, der Gewandmeisterin Angelika Nowotny und der Projektmanagerin Anna Dollinger, die ehemals im Referat Handwerkspolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund gearbeitet hat, ist unter anderem auch die Lüneburgerin und Grünen Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden in dem Buch vertreten. „Die verschiedenen Sparten machen das Ganze noch interessanter: Man kann Parallelen aber auch deutliche Unterschiede erkennen.“ So seien Bemerkungen gegen Frauen im wissenschaftlichen Bereich häufig etwas subtiler als im Handwerk, Braun vermutet aber: „Gesamtgesellschaftlich macht es keinen Unterschied, in welcher Branche man arbeitet. Es gibt fast überall die gleichen Probleme und Herausforderungen.“

Damit das Buch in den Druck gehen kann, braucht Marie-Luise Braun jetzt Unterstützung von interessierten Lesern. „Dabei muss es gar keine große Spende sein, eine Vorbestellung würde schon reichen.“ So sieht der Verlag, dass Interesse an dem Buch besteht und kann dieses produzieren. Wer dazu etwas beitragen möchte, kann dies bis zum 21. Mai im Internet unter www.oekom-crowd.de/projekte/spitzenkraefte tun.

Von Lilly von Consbruch