Montag , 28. September 2020
Die Terrasse am Heiligenthaler Mühlenteich. Foto: ca

Restaurants bereiten sich auf die Öffnung vor

Lüneburg. Seine Terrasse am Heiligenthaler Mühlenteich hat Martin Zackariat schon vorbereitet: Wenn die ersten Gäste am Montag in das Restaurant oder eben davor Platz nehmen, ist Abstand kein Problem. Und so sehr sich Zackariat darauf freut, einen Anfang von Normalität in seinem Geschäft zu verwirklich, so sagt er auch: „Das ist zwar ein positives Zeichen, aber wirtschaftlich reicht es nicht. Ohne die Hilfen des Staates beim Kurzarbeitergeld müsste ich Leute entlassen.“

Zackariat ist Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), von dem er sagt, dass dort ein Viertel bis ein Fünftel der Wirte organisiert sei. Seine Prognose: „Jeder baut trotz der Vorgaben sein eigenes Konzept, um alles einzuhalten.“ Denn „arbeitstechnisch“ stehe die Gastronomie vor einer Herausforderung. Er versucht, über den Dienstplan Abstand zu halten: Dadurch, dass sich Gäste anmelden, er die Öffnungszeiten verkürze, sei besser planbar, wie viele Essen vermutlich serviert werden. Also setze er die „Kurzarbeiter“ entsprechend ein, nämlich reduziert.

„Senkung der Mehrwertsteuer reicht nicht aus“

So sehr er als Chef dankbar für die staatliche Hilfe ist, so sagt er auch, dass es kippelig für die Betriebe bleibe. Die seien aus einer generell umsatz-schwachen Zeit gekommen. Das Erwachen aus dem Winterschlaf und die damit verbundene Belebung könne man im April und im erfahrungsgemäß starken Mai nun kaum nutzen. Somit trügen die Unternehmen diese Schwäche mit in den nächsten Winter – Coronas Langzeitfolgen. Das werde die Branche schmerzhaft merken, wenn Regelungen wie Kurzarbeit und das Stunden etwa von Steuern, Beiträgen für Sozial-, Renten, Krankenkassen und Berufsgenossenschaft sowie Mieten auslaufe, denn dann müssten die Wirte vieles nachzahlen. Daher reiche die auf ein Jahr begrenzte Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf sieben Prozent für die Gastronomie nicht aus: „Das muss sich grundsätzlich ändern. Sonst weiß ich nicht, ob alle überleben.“

Von Carlo Eggeling

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