Teilbereiche von insgesamt vier Straßen will die Gemeinde Westergellersen im Laufe des Jahres sanieren. Finanziert werden die Arbeiten durch Haushaltsreste des vergangenen Jahres. Foto: be

Straßenarbeiten starten

Westergellersen. Kurz und knapp fasste sich der Gemeinderat Westergellersen bei seiner jüngsten Sitzung: Nach einer halben Stunde waren alle Tagesordnungspunkte bei der Zusammenkunft in der Lehmschüün einstimmig abgehakt. Darunter ein Punkt, der die Politiker schon lange beschäftigt hatte und der jetzt umgesetzt wird: An vier Straßen im Dorf, die dringend saniert werden müssen, wird es mit den Bauarbeiten in Kürze losgehen.

„Das ist ein langwieriges Thema, das wir jetzt zum Abschluss bringen können“, sagte Bürgermeister Eckhard Dittmer (CDU). Wie man mit der Straßenunterhaltung langfristig umgehen solle, das hatten die Ratsmitglieder nämlich schon vergangenes Jahr diskutiert. Auch eine Prioritätenliste für alle anstehenden Unterhaltungsmaßnahmen war erstellt worden. Allerdings wären aufgrund der Straßenausbaubeitragssatzung je nach Art und Umfang der Sanierung die Anwohner zu Zahlungen verpflichtet gewesen. Das wiederum wollte der Rat nicht und hatte daher zu Jahresbeginn die unpopuläre Satzung kurzerhand abgeschafft. „Jetzt sind wir rechtlich auf der sicheren Seite“, betonte Dittmer. Der Auftrag, den der Rat einstimmig vergab, umfasst ein Volumen von 169.000 Euro. Damit werden Bereiche in den Straßen Das Ortfeld, Im Wiesenfeld, Kasernenplatz und Zum Rauhen Berge saniert. Da noch Haushaltsreste aus dem vergangenen Jahr von 169.000 Euro vorhanden seien, sei die Finanzierung gesichert, erklärte Dittmer.

Lehmschüün-Außenanlagen werden neu gestaltet

Ebenfalls in den Startlöchern steht der weitere Umbau der Lehmschüün mit der Neugestaltung der Außenanlagen. Mitte Mai soll es hier losgehen. Dass wegen Corona alle Buchungen für Vereine und private Feiern in der Scheune abgesagt werden mussten, käme der Gemeinde wegen der Bauarbeiten etwas entgegen, meinte Dittmer. Die Badesaison wird dagegen vorerst nicht starten. Grund ist nicht nur Corona, sondern auch ein seltener Kammmolch, der derzeit in der Badestelle laicht und laut Behörden nicht gestört werden darf.

Kopfzerbrechen bereitet die Frage, wie man mit der öffentlichen Auslegung von Bebauungsplänen umgehen soll, wenn das Gemeindebüro dauerhaft geschlossen ist. Und auch für ein Luxusproblem haben die Westergellerser noch keine Lösung gefunden: Den gemeindeeigenen Flügel, der wegen der Umbauarbeiten nicht mehr länger im Clubraum der Grundschule stehen kann, will niemand haben. Die Samtgemeinde, Musiklehrer und andere hätten dankend abgelehnt, so Dittmer. Nun wird überlegt, wo man das Instrument zwischenlagern könnte. Ein angemessener Platz hingegen findet sich sicher für das Gemeindewappen, das Dieter Gottschalk dem Rat als Geschenk überreichte. Seine verstorbene Ehefrau Marianne Gottschalk hatte das Bild des alten Treppenspeichers auf rotem Grund in akribischer Kleinarbeit gestickt.

Von Ute Klingberg-Strunk