Der Wolf ist im Landkreis umstritten. (Foto: Adobe Stock)

Die ungeklärte Täterschaft

Lüneburg/Ahndorf. Ein Wolf soll das Tier gewesen sein, das in der vergangenen Woche in Ahndorf/Boitze zwei Schafe gerissen hat. Der betroffene Landwirt Volker Mennerich bedauerte, dass er als Hobbyhalter keinen Anspruch auf eine Entschädigung habe, obwohl er sich um einen wolfssicheren Zaun gekümmert habe. Er zeigte sich besorgt, dass der Wolf mitten ins Dorf gekommen sei.

Nun liegt der Landeszeitung auch eine Stellungnahme der zuständigen Wolfsberaterin Ulrike Kressel vor, die mit Nachdruck erklärt: „Ob das letzte Woche wirklich ein Wolf gewesen ist, steht noch lange nicht fest. Am Zaun sind Haare hängengeblieben, die ich eingeschickt habe. Um was für Haare es sich handelt, wird das Ergebnis eines DNA-Tests in einigen Wochen ergeben.“ Kressel relativiert auch den Begriff „wolfssicherer Zaun“: „Einen wolfssicheren Zaun in dem Sinne gibt es nicht, es gibt nur einen Mindestschutz. Obwohl Herr Mennerich sich mit seinem Zaun große Mühe gegeben hat, hat sein Zaun wegen kleinerer Schwächen diesem Mindestschutz nicht entsprochen. Anderenfalls hätte er auch einen Anspruch auf eine Entschädigung.“ Ein solcher stünde auch Hobbyhaltern zu. „Hobbyhalter können sogar Geld für Präventionsmaßnahmen, also einen Zaun, der dem Mindestschutz entspricht, beantragen.Im Übrigen sei der Wolf zwar nah an das Haus der Familie Mennerich gekommen, die Wiese befinde sich allerdings auch direkt am Feld. „Es wäre übertrieben hier zu sagen, dass der Wolf seine normale Scheu vorm Menschen verliert.“

Laut Kressel haben die Übergriffe durch Wölfe in den letzten Jahren nicht auffällig zugenommen. „Im Winter war es etwas ruhiger, im April bin ich jetzt bei vier Einsätzen gewesen. Im letzten Jahr war das ähnlich.“

Das Thema Wolf polarisiert, viele Landwirte im Landkreis Lüneburg wünschen sich seinen Abschuss.

In Niedersachsen wird jedoch in naher Zukunft kein Wolf getötet: Drei Ausnahmegenehmigungen, auffällige Wölfe im Landkreis Uelzen zu schießen, wurden nun von Umweltminister Olaf Lies ausgesetzt. Die „Gesellschaft zum Schutz der Wölfe“ hatte gegen den Abschuss ­geklagt und einen Eilantrag gestellt, dass keine Tiere geschossen werden, bis das Gericht über die Klage entschieden hat.

Von Lea Schulze