Freitag , 18. September 2020
Gastronom Dennis Teppler hat die Aktion vor dem Lüneburger Rathaus mitorganisiert. Foto: t&w

Frust serviert

Lüneburg. In anderen Zeiten würde das Bild, das am Freitag auf dem Lüneburger Marktplatz zu sehen war, vielleicht an ein Open-Air-Konzert oder einen Freiluftgottesdienst erinnern, doch die 288 Stühle, die am Mittag vor dem Rathaus standen, waren Ausdruck eines stillen Protestes. Die 288 Stühle stehen für dieselbe Anzahl an Gastronomen in Lüneburg, die derzeit unter der Corona-Krise leiden. Rund 50 Betriebe – vom Eisladen bis zur Brauerei – hatten sich der Aktion angeschlossen, um für mehr Krisenhilfen und einen konkreten Fahrplan zur Öffnung ihrer Läden zu demonstrieren.

Ähnliche Protestveranstaltungen hatte es bereits in vielen größeren Städten Deutschlands gegeben, doch Bund und Länder kündigten auch am Donnerstag bei einem Gespräch zu möglichen Lockerungen zunächst nur an, Beschlüsse zur schrittweisen Öffnung der Gastronomie frühestens Mitte Mai treffen zu wollen. Für Dennis Teppler ein ernüchterndes Ergebnis: Der Inhaber des Restaurants „ZweiLieben“ in der Schröderstraße und Initiator des stillen Protestes, hatte konkrete Aussagen dazu erwartet, wann und wie die Cafés, Kneipen und Lokale in Deutschland wieder Gäste empfangen dürfen.

Denn die Situation der Branche sei prekär: Allein mit dem Außerhausverkauf könnten die Kosten für Miete, Strom und Versicherungen kaum gedeckt werden, die meisten Betriebe haben Kurzarbeit angemeldet, einige sogar Entlassungen aussprechen müssen. Zwar gibt es Soforthilfen für die Gastronomie-Betriebe, aber es hakt offenbar im System: Ende März, erzählt Holger Klemz vom Brau- und Tafelhaus Mälzer, habe er einen Zuschuss bei der N-Bank beantragt. „Seitdem habe ich von dort nichts mehr gehört.“ Dann wollte er einen zinsfreien Kredit aufnehmen. „Eigentlich eine super Idee“, findet Klemz. „Aber auch da: keine Antwort.“

Den ausführlichen Artikel gibt es am Sonnabend in der Wochenendausgabe der LZ zu lesen.

Von Anna Petersen