Donnerstag , 22. Oktober 2020
Das Klinikum möchte zunächst die Bewertung der Landesbehörden abwarten, heißt es auf Nachfrage. Foto: t&w

Klinikum möchte Bewertung der Landesbehörden abwarten

Lüneburg. Das wochenlange Warten auf eine Operation ist für die Betroffenen oftmals sogar schlimmer als die Diagnose selbst. Das Gefühl der Hilf- und Machtlosigkeit, während der Tumor in Corona-Zeiten womöglich weiter wächst, ist eine brutale psychische Belastung. Doch in dieser Woche gab es für Patienten einen ersten Hoffnungsschimmer: Die OP-Kapazität solle im ersten Schritt zu 70 Prozent wieder für nicht direkt zwingende Eingriffe geöffnet werden. So verkündete es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch in Hannover.

Im Städtischen Klinikum bremst man aber allzu große Erwartungen: Zwar nehme man die neuen Entwicklungen auf Bundes- und Landesebene erfreut zur Kenntnis, heißt es auf Anfrage der LZ. „Trotzdem müssen wir zunächst die Bewertung der Landesbehörden abwarten, deren aktuelle Regelung zunächst bis zum 18. Mai gilt“, betont Sprecherin Angela Wilhelm.

„Nach wie vor gilt der Grundsatz der dringenden medizinischen Notwendigkeit.“ – Dr. Jörg Cramer, Ärztlicher Direktor

Patienten hatten angefragt, ob nicht jetzt etwa auch ihre verschobene Gelenkersatz-Operation möglich sei. „Diese Patienten bitten wir weiter um Geduld“, sagt der Ärztliche Direktor Dr. Jörg Cramer: „Denn nach wie vor gilt der Grundsatz der dringenden medizinischen Notwendigkeit. Beim allmählichen Wiedereinstieg in geplante Operationen werden wir zunächst Patienten mit Tumorerkrankungen oder stark schmerzhaften Prozessen berücksichtigen.“ Derzeit fänden Voruntersuchungen statt, um für die zweite Maihälfte Behandlungstermine planen zu können.

Von Thomas Mitzlaff