Donnerstag , 1. Oktober 2020
Bürgermeister Andreas Thiede mit einem Teil der 20.000 Masken umfassenden Hilfslieferung aus China. Foto: tja

Hilfe aus China

Lauenburg. Überraschung für Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede: 20.000 zurzeit extrem gefragte Masken schickte ihm der Bürgermeister der zentralchinesischen Stadt Pingdingschan, Zang Leiming. „Da war ich vor einigen Jahren zu Gast. Man hatte uns kürzlich angerufen und gefragt, ob wir Bedarf an solchen Masken hätten. Da haben wir uns natürlich nicht lange bitten lassen“, erzählt Thiede. Dabei war zu dem Zeitpunkt die jetzt erlassene Maskenpflicht noch gar nicht absehbar.

Mit dem Flugzeug kamen 20 Kartons mit jeweils 1000 Masken aus China am Flughafen Frankfurt/Main an. „Wir werden einander helfen, Schwierigkeiten zu überwinden“, steht in deutscher und chinesischer Sprache unter den Flaggen beider Länder auf den Kartons der Hilfslieferung. Nachdem die Ware dort durch den Zoll war, ist sie nun in Lauenburg angekommen. Thiede: „Die Abwicklung am Zoll war zunächst nicht ganz einfach, nachdem aber klar war, dass es eine Hilfslieferung ist, lief es.“ Die Gesellschaft der Schnellkuriere GmbH (GDSK) kümmerte sich am Flughafen um die Abwicklung, Thiede stand in Kontakt mit dem Zoll. Die Einfuhrabgaben entfielen.

„Jetzt, mit Maskenpflicht, sind 20.000 Stück so betrachtet gar nicht mehr viel, aber sie sind ein erster Anschub.“ – Andreas Thiede, Lauenburgs Bürgermeister

Begleitend zu der Lieferung hatte Leiming ein Schreiben beigefügt. „Wir sind davon überzeugt, dass unter Ihrer Führung die Maßnahmen Ihrer Stadt zur Verhinderung der Ausbreitung der Epidemie erfolgreich sein werden“, heißt es darin. Man sei gerne bereit, Lauenburg mit den eigenen gemachten Erfahrungen zu unterstützen. Und weiter: „Nach der Epidemie möchten wir Sie gerne in Pingdingschan begrüßen, um über unsere Freundschaft und die weitere Entwicklung zu sprechen.“

Thiede war bereits mehrfach in China, Ziel war es stets Projekte zum Wohle von Lauenburg anzuschieben. „Dass dabei jetzt so eine Geste herauskommt, ist doch auch schön“, sagt Lauenburgs Bürgermeister. Die Masken werden helfen, ist er überzeugt. Einige wurden bereits an die Feuerwehr, an die Schule, an die Versorgungsbetriebe, an Rathausmitarbeiter und andere Einrichtungen der städtischen Infrastruktur verteilt.

Thiede: „Jetzt, mit Maskenpflicht, sind 20.000 Stück so betrachtet gar nicht mehr viel, aber sie sind ein erster Anschub.“ Und: Ähnliche Masken werden bereits zu Stückpreise von vier oder fünf Euro gehandelt. „Ein bisschen fühlt man sich an die Luftbrücke für Berlin erinnert“, sagt Lauenburgs Rathauschef Thiede.

Von Timo Jann