Sonntag , 25. Oktober 2020
Birte Schellmann und Berni Wiemann, Vorsitzende der Kulturausschüsse von Stadt und Kreis, bei einer Theater-Demonstration in Hannover. Foto: privat

Das Land rudert zurück

Lüneburg. Sie haben lange und hart verhandelt, hier die kommunalen Theater Niedersachsens, da das Land Niedersachsen. Ein Kompromiss schien greifbar, um die stets klammen Theater, zum Teil existenzbedrohend knapp finanzierten Bühnen wie die Lüneburger, mittelfristig zu sichern. Jetzt rudert das Land jedoch zurück. Und das sorgt für Ärger.

Der zuständige Minister Björn Thümler betont in einer Mitteilung an die Betroffenen zwar die Wichtigkeit der Liquidität für die betroffenen Bühnen. Mit Blick auf die unüberschaubare künftige Finanzlage will Thümler nun aber die „Verpflichtungsermächtigung“ für die Jahre 2021 bis 2023 streichen und lediglich die nach wie vor nicht abgeschlossenen Verhandlungen für eine Zielvereinbarung zum laufenden Jahr abschließen. Betroffen sind davon neben dem Lüneburger die Theater in Celle, Göttingen, Hildesheim, Osnabrück und Wilhelmshaven sowie das Göttinger Symphonie Orchester.

Keine Sicherheit für die Bühnen

Über die Jahre 2021 bis 2023 sollte nach dem Willen des Ministers demnach erst nach Wiederaufnahme des normalen Spielbetriebs gesprochen werden. Wann das ist, weiß niemand. Die laufende Spielzeit dürfte ohnehin zu Ende sein. Ob es im September wieder losgehen kann, ist bis jetzt lediglich eine Hoffnung.

Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge pocht dagegen auf die von Land und kommunalen Trägern gleichermaßen ausgesprochene Verpflichtung zu einer mittelfristigen Absicherung der Theater. Mädge warnt davor, „die verhältnismäßig geringen Beträge für die kommunalen Theater“ nun möglicherweise als Masse für den Haushaltsausgleich zu benutzen. Ein Jahresvertrag für 2020 gebe den Bühnen keine Sicherheit. Das Vorgehen sei auch im Vergleich zu den Staatstheatern (Hannover, Braunschweig, Oldenburg) ungerecht. oc