Samstag , 19. September 2020
Waldfried "Paddel" Elvers. (Foto: A/t&w)

Er war ein guter Kamerad

Lüneburg. An eine Zeit ohne „Paddel“ in der Lüneburger Feuerwehr können sich nur wenige erinnern – er war gefühlt immer da. 1961 trat er ein, durchlief als Ehrenamtlicher zig Stationen, stand in ungezählten Einsätzen seinen Mann. Nachdem er in den Ruhestand ging, engagierte er sich in der Altersabteilung. Als Fachmann geschätzt und geachtet, als Kamerad für viele eher ein Freund. Jetzt ist Waldfried Elvers, der Mann mit dem gezwirbelten Bart, dem gewaltigen Bauch und den blitzenden, von Lachfältchen umrahmten Augen im Alter von 75 Jahren gestorben.

Elvers hat mehr als ein Vierteljahrhundert den Bereitschaftszug der Feuerwehr geleitet. Mehr als 30 Jahre war er Stadtsicherheitsbeauftragter, wie lange er als Ausbilder Nachwuchs schulte, gibt seine Personalakte nicht her: „Lange, lange Jahre“, sagt Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft, der um einen langjährigen Begleiter trauert. Paddel, im Hauptberuf Ingenieur, hat viele angehende Feuerwehrleute auf den Weg gebracht. „Feuerwehrtechnisch hervorragend, menschlich vorbildlich“, erinnert sich Dietrich Heyden, ehemals Ortsbrandmeister. „Mein Lehrer, als ich 1971 eingetreten bin. Was er uns beigebracht hat, war nachhaltig. Ein Mann mit Humor.“ Und auch junge Kameraden waren begeistert: „Ein immenser technischer Sachverstand. Er hat sich für uns junge Leute engagiert.“ Der Vater zweier Töchter gehörte zu den Fürsprechern, als es darum ging, Frauen in die Reihen der Brandbekämpfer aufzunehmen – was heute eine Selbstverständlichkeit ist, war vor Jahrzehnten umstritten.

Einer, mit dem man gern zusammensaß

Paddel liebte das Leben. Einer, der als er noch in der alten Wache an der Kaufhausstraße wohnte, gern am Stint saß, um sein Bier zu trinken, üppig zu essen und schnell im Gespräch war. Einer, mit dem man gern zusammensaß.

Paddel, „der Feuerwehrführer, wie er im Buche stand“, um einen seiner Freunde zu zitieren, war hoch geachtet. Lange aus dem aktiven Dienst ausgeschieden, übernahm er noch einmal Verantwortung, als es 2014 im Stadtfeuerwehrverband, dem Förderverein der Wehr, kriselte und ein neuer Vorstand gesucht wurde. Der barocke Mann glättete die Wogen und steuerte den Verband in ruhigeres Fahrwasser.

Vor ein paar Wochen kam Paddel ins Hospiz. Von seinem letzten Einsatz ist Waldfried Elvers nicht zurückgekehrt, der Krebs hat sein Leben beendet. Doch die Erinnerung wird bleiben. Nicht nur in der Feuerwehr.

Carlo Eggeling