Montag , 21. September 2020

Im Anflug auf den Entscheid

Lüneburg. Bevor am 14. Juni die Lüneburger bei einem Bürger­entscheid über die Zukunft des Flugplatzes entscheiden, wollen die Stadt und der Luftsportverein jeweils mit Veranstaltungen und Aktionen informieren. Aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie ist jedoch manches noch in der Schwebe. Außerdem schmeckt dem Chef des Luftsportvereins, Richard Meier, nicht alles, was die Stadt plant.

Ursprünglich habe die Stadt für Mai drei Termine für Bürger-Info-Veranstaltungen geplant, die im Hanseviertel, am Kreideberg und in Oedeme stattfinden sollten, sagt Pressesprecherin Ann-Kristin Jenckel. „Wegen Corona mussten wir hier neu planen.“ Nach gegenwärtigem Stand plane die Stadt nun eine öffentliche Bürgerversammlung am Montag, 18. Mai, in der Sporthalle im Hanseviertel. „Die Halle ist groß genug, um auch bei Einhaltung von Sicherheitsabständen einer größeren Anzahl von interessierten Bürgerinnen und Bürgern Platz zu bieten. Auf dem Podium sitzen werden die Antragsteller des Bürgerbegehrens, der Oberbürgermeister und die Wirtschaftsförderung Lüneburg.“ Moderiert werden soll die Veranstaltung von Christoph Steiner, ehemaliger Chefredakteur der Landeszeitung.

Homepage zum Bürgerentscheid

„Darüber hinaus wollen wir auch digital informieren – hier ist eine Podiumsdiskussion denkbar, die per Video übertragen wird oder eine digitale Fragestunde für Bürgerinnen und Bürger.“ Als Termin ist derzeit Montag, 25. Mai, angedacht.

In der Info-Broschüre sollen Bürgerinnen und Bürger alle Positionen zum Thema auf einen Blick erhalten. „Zu Wort kommen werden hier alle Fraktionen, die Antragsteller des Bürgerbegehrens und die Hansestadt selbst. Die Broschüre soll demnächst erarbeitet werden“, kündigt Jenckel an. Auch will die Stadt über eine Homepage, die bald online geht, zum Bürgerentscheid informieren.

Für Richard Meier, Vorsitzender des Luftsportvereins Lüneburg (LVL), ist „unverständlich, dass die Wirtschaftsförderung mit auf dem Podium sitzen soll. Das wäre 2 zu 1, denn an der Wirtschaftsförderung hat die Stadt Anteile“, und sie untermauere Mädges Wunsch, dass das Flugplatz-Areal als Gewerbegebiet nachgenutzt werden soll. Inakzeptabel ist für den LVL-Chef auch, wenn sozusagen nur auf dem Podium diskutiert wird, sprich keine Nachfragen aus dem Publikum möglich sind.

Flieger halten wenig von einer Videokonferenz

Diese Bedenken gehen jetzt per Brief an Markus Moßmann, Dezernent bei der Stadt. Darin machen die Flieger auch deutlich, dass sie von einer Videokonferenz wenig halten, weil Positionen bereits bei der Bürgerversammlung deutlich gemacht werden. „Wir werden nicht teilnehmen.“ Einen Beitrag zur Broschüre der Stadt werde man selbstverständlich gerne leisten. „Leider wurde uns bisher weder Umfang noch der Termin der Verteilung mitgeteilt.“

Der Verein wird selber auch ein Faltblatt herausgeben, das an alle Lüneburger Haushalte verteilt wird. „Außerdem wird es eine Beilage in der Lünepost geben.“ Eigentlich hatte man auch noch bei einem Flugplatzfest informieren wollen – gecancelt, weil vorerst bis zum 31. August keine Großveranstaltungen zugelassen sind. „Wir wollen mit Transparent-Werbung an vielen Stellen der Stadt präsent sein. Das haben wir der Stadt mitgeteilt, die unser Anliegen nun prüft. Außerdem wird es vor
29 der Abstimmung wieder Info-Stände in den Einkaufszentren geben.“

Von Antje Schäfer