Freitag , 30. Oktober 2020
Jedes Jahr fördert die Lüneburger Bürgerstiftung um die Vorstandsvorsitzende Elke Frost (Archivbild) Initiative und Vereine aus der Hansestadt. Die öffentliche Übergabe war eigentlich für morgen geplant, ist aber wegen der Corona-Krise abgesagt. Die finanzielle Unterstützung fließt natürlich dennoch. (Foto: be)

Ideen für das Miteinander der Generationen

Lüneburg. Die Lüneburger Bürgerstiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, Projekte zur Stärkung der Generationenverbundenheit zu fördern. Alljährlich bedenkt sie Projekte mit Fördermitteln, die sich kreativ für das Miteinander von Jung und Alt sowie deren gegenseitige Wertschätzung einsetzen. Die öffentliche Übergabe an Vertreter von 24 Projekten, eigentlich geplant für den 21. April, muss in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. „Wir bedauern das sehr“, sagt Vorstandsvorsitzende Elke Frost, die auch darauf hinweist, dass die Mittel unter www.buergerstiftung-lueneburg.de unter „Projektförderung“ abgerufen werden können. Elke Frost macht auch deutlich, dass es in diesen Zeiten schmerzlich sei, dass die Pandemie die Beziehungen zwischen den Generationen einschränke und wichtige Begegnungen zwischen Enkeln und Großeltern nicht stattfinden könnten. Insgesamt 40 000 Euro verteilen sich auf folgende Projekte:

  • Alzheimer Gesellschaft Lüneburg für das Projekt: „Begegnungsecke in der Geschäftsstelle“. Die Geschäftsstelle wird umfangreich renoviert, erhält eine neue Küchenzeile, Tisch, Sessel, Lampe, Garderobe und wird damit ansprechender und einladender für die Begegnungen gestaltet.
  • Zeitschrift Ausblick für das Projekt: „Erstellen der Ausgabe 120 des Ausblicks mit Schülerinnen und Schülern.“ Die ehrenamtlichen, meist im Ruhestand befindlichen Redakteure erstellen mit Schülerinnen und Schülern der Berufsbildenden Schule BBS I die Ausgabe zum Oberthema „Abschied und Neubeginn“ der Zeitschrift.
  • Ev. Familien-Bildungsstätte für das Ferienprojekt: „Theaterspiel und künstlerische Aktionen“. In Ferienkursen erstellen Kinder und Jugendliche mit oder ohne Migrationshintergrund oder Behinderung eine Nachrichtenshow, beziehungsweise ein Märchenstück, das auf der Bühne für Eltern und Großeltern aufgeführt wird. Zudem gestalten sie eine Ausstellung ihrer künstlerischen Objekte.
  • Freunde und Förderer der Wilhelm-Raabe-Schule für das Projekt: „Begegnungen von jungen und alten Menschen im Altenheim“. Eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft für Schüler und Schülerinnen des Jahrgangs fünf bis zwölf verwirklicht im Altenheim Begegnungen zwischen den Generationen. Ausgetauscht werden Lebensgeschichten, gemeinsam gestaltet wird ein Jahrgangsheft.
  • Freundeskreis der Ratsbücherei e. V. f ür das Projekt: „Bibliothek der Gegenstände“. Die Zweigstelle Kaltenmoor bietet im Sinne der Sharing Economy – sparsame Ressourcennutzung durch Teilen – Gebrauchsgegenstände zum Ausleihen an wie Akkuschrauber oder Nähmaschinen, die jugendlichen Nutzern von Älteren erklärt werden können, während Drucker und Digitalisierungsgeräte den Älteren von der Jugend nahegebracht werden.
  • Förderverein Kriminalprävention Lüneburg für das Projekt: „Ausstellung im Museum Lüneburg ‚Oh, diese Dummel‘, Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“. Zielgruppen sind Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 und Erwachsene. Ergänzt durch Vorträge und Diskussionsforen setzen sich Jugendliche und Ältere gemeinsam mit dem Thema auseinander.
  • Für das Projekt: „Neue Broschüre Stolpersteine in Lüneburg“. Die Neuauflage nimmt die Schicksale der 19 Opfer der NS-Zeit auf, für die 2019 Stolpersteine in Lüneburg verlegt wurden. Die Broschüre ermöglicht ein Nacharbeiten für Schüler und Erwachsene in Verbindung mit dem Stadtrundgang „Lüneburg im Nationalsozialismus“.
  • Halle für Kunst Lüneburg für das Projekt: „Workshops 2020“. Workshops bereichern den Dialog im Bereich der Kunstvermittlung für Jung und Alt. Ein Workshop für Jugendliche behandelt das Thema „Entsubjektivierung“. Ein weiterer inklusiver Workshop die Erscheinungsformen des Humors.
  • KuBiG e.V . für das Projekt: „Inklusive Theaterarbeit“.
  • Das 2019 erfolgreich im Lüneburger Stadtwald aufgeführte Theaterstück „Der Wald ist voll“ wird wieder aufgenommen. Das bisherige Ensemble plus neue Schauspieler entwickeln eine Utopie des gemeinsamen Miteinanders von Menschen aller Altersstufen.
  • Kufa e. V. für das Projekt: „Powerperkussion – das verbindet“. Menschen verschiedener Generationen, mit und ohne Behinderung, erarbeiten unter Anleitung eines bekannten Pädagogen und Musikers Rhythmen und Lieder. Jeder bringt sich in diesem Inklusionsprozess mit seinen Ideen und Stärken ein.
  • mosaique – Haus der kulturen für das Projekt: „Großer Familiennachmittag für Jung und Alt“. Regelmäßiges Angebot zur Begegnung und zum Austausch zwischen den Generationen. Gemeinsam wird gebastelt, gespielt, getanzt, gelesen, jeweils unter einem besonderen Motto.
  • MTV Treubund SportKita GmbH für das Projekt: „Sport in der Kita mit Jung und Alt“. Ältere Menschen und Kinder treiben zusammen Sport und erleben durch gemeinsame Bewegung ein besonderes Erlebnis. Gefördert wird die Grob- und Feinmotorik und die Körperwahrnehmung.
  • Museumsstiftung Lüneburg, Deutsches Salzmuseum für das Projekt: „Hausmittel? Selbstgemacht? – Ökologisch! Waschen und Putzen – früher und heute“. Workshops für die ältere und jüngere Generation vermitteln und frischen Wissen auf für selbst angefertigte Hausmittel, die weitgehend vergessen sind und wieder im Alltag etabliert werden sollen.
  • Museumsstiftung Lüneburg, Museum für das Projekt: „Gib mir Fünf “. Hergestellt wird ein Film über Partizipation, Bildung und Humor im Museum als Dokumentation der effektiven und harmonischen Zusammenarbeit von Mitarbeitern und Ehrenamtlichen der Lebenshilfe.
  • Netzwerk Leseförderung Lüneburg für das Projekt: „Kinderbücher für ‚Gedichte für Wichte’“. Wöchentlich unterstützt werden Gruppen in verschiedenen familiennahen Einrichtungen in Lüneburg, wie das Salino. Eltern werden ermutigt, ihren Kleinkindern bis 3 Jahren vorzulesen und die Liebe zum Buch zu wecken.
  • Paul-Gerhard-Haus für das Projekt: „Begegnung und Miteinander beim Singen und Musizieren.“ Die regelmäßigen Treffen „Singen für alle“ mit Hortkindern, Kindern der Kindertafel und Kindern und Erwachsenen aus der Umgebung fördern die Gemeinschaft der Generationen.
  • Stadtorchester Lüneburg für das Projekt: „Musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen und Integration im großen Stadtorchester“. Die Freude an der Musik wird von Jung und Alt, im Alter zwischen 9 und 84 Jahren, gemeinsam erlebt. Angeschafft werden für die Nachwuchskräfte der „Heidepiraten“ Kinderklarinetten, Querflöten, Percussion-Instrumente sowie gemeinsame Bekleidung.
  • Theater Burkhard Schmeer für das Projekt: „Lüneburger Rathausmärchen 2020“. Die erneute Förderung der vom Schauspieler selbstgeschriebenen Märchen bei freiem Eintritt ins Lüneburger Rathaus. Lüneburger im Alter von 3 bis 93 Jahren begegnen sich, lernen sich kennen und kommen beim gemeinsamen Erlebnis ins Gespräch. Das fördert den Gemeinsinn.
  • Tobiasgemeinschaft Lüneburg für das Projekt: „Grabstele für das Urnenfeld, auf denen Namen der Verstorbenen verzeichnet sind“. Die Initiative vereint diverse kirchliche Institutionen und Einrichtungen; sie setzt sich ein für die würdige Bestattung von Menschen ohne Angehörige und ohne eigene Mittel.
  • Verein zur Förderung des SCHUBZ für das Projekt: „Arche: Erlebnisse von Jung und Alt im Arche-Park Lüneburg“. Gemeinsam gehen Senioren mit ihren Enkelkindern im Grundschulalter erneut an acht Terminen auf Tuchfühlung mit den besonderen Tieren und Pflanzen im Arche-Park, vorbereitet und durchgeführt von professionellen Umweltpädagogen.
  • VFL Lüneburg für das Projekt: „Internationales Fußballturnier U13 mit Partnerstädten“. Nach den Gastfreundschafts-Erlebnissen der letzten Jahre im Ausland werden nun die mittlerweile befreundeten Mannschaften aus Clamart (Frankreich) und Penacamor (Portugal) auf die Sülzwiesen eingeladen. Übernommen werden Kost und Logis, geplant sind Stadtführungen. Alt und Jung sind Teil des Projekts.
  • VVN-BdA Lüneburg für das Projekt: „Gedenk- und Studienfahrt nach Belarus“. An der Studienreise nehmen Alt und Jung teil, sie dient dem Besuch von Gedenkstätten und insbesondere der Kontaktpflege durch Begegnung und Gespräch mit Überlebenden. Nach der Reise werden mehrere Veranstaltungen in Lüneburg die gemeinsamen Erfahrungen teilen und weiterreichen.
  • Volkshochschule Region Lüneburg für das Projekt: „Fortbildung für das Ehrenamt“. Das bereits seit 2014 erfolgreich begonnene Projekt wird fortgeführt und weiter ausgebaut. Die kostenlosen Kurse führen Menschen unterschiedlichen Alters zusammen.
  • Volkshochschule Region Lüneburg für das Projekt: „We Speak Music – Mit Musik zur Völkerverständigung“. Der Chor „Singen, mein Traum“ nimmt immer mehr Geflüchtete auf, die als Sänger oder Musiker mitwirken. Das gemeinsame Singen und Musizieren von Geflüchteten und Einheimischen fördert die Integration.

Von Antje Schäfer