Hinsichtlich der Notbetreuung in Kitas sind noch viele Fragen offen. (Symbolfoto: RND)

Kitas in Corona-Zeiten: Kinder zum Trösten auf den Arm nehmen?

Lüneburg. Kein Normalbetrieb in nächster Zeit, allerdings soll die Notbetreuung ausgeweitet werden, das haben Bund und Länder für die Kitas festgelegt. Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge sagt: „Wir müssen erstmal die Vorgaben vom Land abwarten. Sobald uns vorliegt, wie die Notbetreuung erweitert werden soll, können wir intern die Umsetzung angehen. Klar ist aber auch: Wenn die Notbetreuung deutlich ausgeweitet werden soll, muss auch eine Gruppengröße von zehn Kindern beschlossen werden. Ansonsten werden wir gezwungen sein, eine Prioritätenliste zu erstellen. Das würde auch bedeuten, dass viele Eltern rausfallen.“

Auch Elisabeth Ritter, Leiterin der Kita Paul Gerhardt mit 85 Kindern, wünscht sich mehr Details gerade hinsichtlich der Notbetreuung. Offen sei zum Beispiel, wie man es mit dem Abstand von 1,5 Metern halten solle. Das sei schwierig, da man kleinen Kindern zum Beispiel beim Zubinden der Schuhe helfen müsse oder auch beim Naseputzen. Krippenkinder müssen zudem gewickelt werden. Dürfen Kinder, die getröstet werden müssen, auf den Arm genommen werden? Auch das sei zu klären. Kinder seien impulsiv, wie soll sichergestellt werden, dass sie den Abstand zu den anderen Kindern und den Erzieherinnen einhalten? Unklar sei bis jetzt auch, ob die Erzieherinnen Mundschutz tragen müssen. Dass Kinder Mundschutz tragen, erscheint kaum praktikabel.

Von Antje Schäfer