Ministerpräsident Stephan Weil. Foto: A/t&w

Stephan Weil: „Schritt für Schritt in die Normalität“

Lüneburg. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wirbt um Geduld bei den Lockerungen des Shutdowns durch die Corona-Krise. „Wir müssen - um einen noch viel größeren Schaden abzuwenden - bei dem Kurs bleiben, dass wir nur nach und nach wieder zu Lockerungen kommen können“, betonte er im Interview mit der LZ am Tag nach der Einigung der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten.

„Wir haben ja jetzt erste, sehr vorsichtige Schritte unternommen, und man muss sich die nächsten Wochen und Monate so vorstellen, dass wir immer wieder in einzelnen Schritten vorwärts gehen, dann zwei Wochen innehalten und schauen: Wie wirkt es sich eigentlich aus auf die Infektion?“, sagte Weil. Er hofft, „dass wir auf diese Weise Schritt für Schritt in die Normalität zurückkehren können“. Es könne aber auch Rückschläge geben.

Der Regierungschef unterstrich, dass Veranstaltungsverbote nicht nur für Festivals und Großereignisse gelten, sondern auch für Dorf- oder Schützenfeste.Maßstab sind immer die Zahl und die Intensität von Kontakten, die weiterhin auf ein Minimum beschränkt bleiben sollten. Dies sei ihm insbesondere bei der Schließung von Kinderspielplätzen und den Besuchsverboten in Alten- und Pflegeheimen schwergefallen. Weil: „Ich hoffe, dass wir in beiden Fällen auf absehbare Zeit zu einer besseren Perspektive kommen.“

Infektionsrisiko minimieren

Neben der Begrenzung von Kontakten, um das Infektionsrisiko zu minimieren, müsse „der nicht zu bestreitende gesellschaftliche und wirtschaftliche Schaden im Blick bleiben“. Es gehe darum, in welchen Schritten der Dienstleistungssektor wieder zu normalen Verhältnissen kommen kann. „Und wir müssen Schritt für Schritt sicherstellen, dass die Industrie ihre Produkte wieder absetzen kann.“

Bereits ab nächster Woche werden nicht nur Geschäfte auf einer Fläche bis zu 800 Quadratmetern öffnen dürfen, auch die Blumen- und Pflanzenstände auf Märkten sind dann wieder zugelassen. Das Verbot hatte vor Ostern zu Protesten der Lüneburger Wochenmarkthändler geführt.

Der Ministerpräsident hatte das Interview vor der Corona-Krise zugesagt, da eigentlich an diesem Wochenende der Landesparteitag der SPD im Libeskind-Bau geplant war. Der Parteitag wurde abgesagt, das Gespräch fand aber statt – wenn auch per Telefon.

Das komplette Interview lesen Sie in der Freitagsausgabe der LZ – gedruckt und digital.

Von Marc Rath