Sonntag , 27. September 2020
Marc Brandt, Projektleiter von der Avacon Natur, kniet neben den Fernwärmerohren, die im Abschnitt Vor dem Bardowicker Tore verlegt sind. (Foto: t&w)

Schulen am Kreideberg steigen um auf Fernwärme

Lüneburg. Voll gesperrt ist derzeit Vor dem Bardowicker Tore vom Kreuzungsbereich Moldenweg bis Auf dem Schmaarkamp. Grund: In 1,20 Metern Tiefe werden Fernwärmerohre verlegt. Es ist einer von sechs Bauabschnitten, mittels dessen die Avacon Natur das Fernwärmenetz vom Schmaarkamp bis zur Neuhauser Straße erweitern will. Denn auf dem Kreideberg will die Stadt die Wärmeversorgung der Christianischule sowie der Grundschule und Kita modernisieren und umweltfreundlicher machen.

1600 Meter lange Trasse wird neu angeschlossen

Rund 1600 Meter lang ist die Trasse, die ans Bestandsnetz Am Schmaarkamp angeschlossen, erläutert Marc Brandt, Projektleiter von der Avacon Natur. Bereits abgeschlossen ist die Verlegung im Moldenweg, wo der Verkehr noch einspurig läuft. Ende April soll der Abschnitt zwischen Schmaarkamp und Kreuzung Moldenweg fertig sein, sodass es dort wieder freie Fahrt heißt. „Von Mai an erfolgen die Bauabschnitte von der Stöteroggestraße über die Thorner und Neuhauser Straße bis hin zum Ostpreußenring“, sagt Brandt. Bis auf die Neuhauser Straße werden die Fernwärmerohre im Gehwegbereich verlegt. Nur in der Neuhauser wird auch die Straßendecke aufgenommen. Bei all diesen Bauabschnitten wird es nur zu halbseitigen Sperrungen kommen, so dass die Straßen eingeschränkt befahrbar sind.

Hausanschlüsse können vorgezogen werden

Die Hausanschlüsse für die Christianischule, Grundschule und Kita sollten eigentlich während der Sommerferien fertig gestellt werden. Da die Einrichtungen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen sind, „können wir diese Arbeiten bereits in den April vorziehen“, erklärt Brandt. Die Wärmeversorgung der drei Einrichtungen auf dem Kreideberg war bisher mit Gas und Öl erfolgt. Nun werden sie ans „grüne Wärmenetz angeschlossen“, wie es seitens der Avacon heißt. Durch die Erweiterung des Fernwärmenetzes besteht auch die Möglichkeit für einen Anschluss von Privathaushalten in diesem Bereich.

Das Fernwärmenetz wird über das mit Bioerdgas betriebene Blockheizkraftwerk Mitte an der Lindenstraße versorgt. „Durch die Umstellung der Wärmeversorgung auf Fernwärme verringert sich der CO₂-Ausstoß der drei Einrichtungen gegenüber herkömmlichen Brennstoffen um rund 360 Tonnen pro Jahr, die Wärmeversorgung wird also umweltfreundlicher“, macht Brandt deutlich. Die Investitionskosten der Netzerweiterung belaufen sich auf knapp zwei Millionen Euro.

Sicherheitsstreifen für Radfahrer wird länger

Im Anschluss an die Verlegung der Fernwärmeleitung im Moldenweg plant die Stadt dort die Fahrbahnsanierung. Eine neue Asphaltdecke wird voraussichtlich im Juni aufgebracht und der Sicherheitsstreifen für Radfahrer über die gesamte Länge des Moldenwegs erweitert. Außerdem werden die vorhandenen Parkplätze am Moldenweg neu verteilt.

Von Antje Schäfer