Mittwoch , 30. September 2020
Ronny Ryll hat den Paxmover bereits getestet. (Foto: Ulrike Schmock)

Werbung auf dem Öko-Flitzer

Lüneburg. 24 Tonnen CO₂ spart die Heid Löper GmbH im Jahr mit jedem ihrer drei „Paxmover“ ein, wenn sie damit die Briefe des Lüneboten, die Lünepost und bald auch die Landeszeitung austeilt. Doch die elektrischen Fahrzeuge tun nicht nur der Umwelt gut: Sie sollen die Zustellung optimieren und die Rücken der Fahrer schonen. Nun haben Jens Vasicek, Geschäftsführer vom Lüneboten, und sein Kollege Ronny Ryll „Paxmove“ entwickelt: Auf Bildschirmen am Paxmover können Kunden ihre Werbung schalten. Dadurch soll das Fahrzeug für mehr Unternehmen in Deutschland attraktiv werden.

Jens Vasicek: „Das ist ein effizientes Fahrzeug, das extra für die Briefzustellung entwickelt wurde.“ In den letzten drei Jahren hätten sich die Paxmover in Lüneburg bewährt. Wenn die Zusteller auf dem Fahrrad unterwegs sind, müssten sie regelmäßig zu einem Nachladepunkt fahren, um neue Briefe einzupacken. „Der Paxmover hat vorne drei Boxen und hinten nochmal neun, damit wird schon mal viel Zeit gespart“, erklärt Vasicek.

Im Stadtverkehr mitschwimmen

Zudem sei das Fahrzeug mit 45 km/h mehr als doppelt so schnell wie ein Fahrrad und könne einfach „im Stadtverkehr mitschwimmen“. Es sei gleichzeitig deutlich wendiger als ein Auto und biete einen höheren Komfort für den Fahrer. „Die Zusteller müssen nicht jedes Mal die Türen öffnen und schließen, außerdem steigt man von unten nach oben ein. Das ist besser für den Rücken.“

Besonders sei aber der Beitrag zum Umweltschutz. „Wenn der Paxmover steht, verbraucht er auch keine Energie“, meint Vasicek. Das sei in der Zustellung ein Gewinn. „Man muss sich nur mal vorstellen, wie viele Autos mit laufendem Motor am Straßenrand stehen, während die Briefe ausgeteilt werden.“ Gleichzeitig weiß Ronny Ryll aber auch: „24 Tonnen CO₂ sind natürlich nicht die Welt.“ Da es aber deutschlandweit rund 62 000 Zusteller mit etwa 25 000 Fahrzeugen gibt, sei das Potenzial groß. Diese Entwicklung soll nun durch Paxmove angetrieben werden. „Unternehmen können die Anschaffungskosten für den Paxmover wieder reinholen. Denn durch die Werbung ist der schnell kostenneutral oder verdient bestenfalls sogar noch etwas dazu“, ist sich Ryll sicher.

Monitore brauchen wenig Strom

Auf den Bildschirmen, die nur sehr wenig Energie benötigen, kann durch Paxmove nun gezielt Werbung geschaltet werden. Ryll erklärt das Konzept so: „Wenn zum Beispiel eine Lüneburger Bäckerei Werbung für ein Frühstück machen möchte, dann kann durch ein GPS-Signal sichergestellt werden, dass diese Werbung immer dann auf den Bildschirmen angezeigt wird, wenn sich der Paxmover in einem Umfeld von, sagen wir, 500 Metern von der Bäckerei befindet.“

Auch gebe es die Möglichkeit, auf den Anzeigen einen QR-Code abzubilden, den Passanten mit ihrem Smartphone einscannen können. „Dadurch können Interessierte das Produkt dann direkt bestellen“, meint Ryll.

„Jeder, der über Paxmove Werbung schaltet, leistet einen Beitrag zu mehr Umweltschutz und zu einem besseren Arbeitsalltag für die Mitarbeiter“, meint Ryll. Denn: „Je mehr Werbung geschaltet wird, desto mehr Unternehmen werden sich einen Paxmover kaufen oder leasen.“

Von Lilly von Consbruch