Dienstag , 29. September 2020
Olaf Rohstock versucht als Päsident der Schützen und Vorsitzender des Sportvereins, das Vereinsleben am Leben zu halten. Foto: be

Vereinsleben wird virtueller

Wendisch Evern. Zugegeben, es gleicht der Quadratur des Kreises, trotz striktem Kontaktverbotes das Vereinsleben am Laufen zu halten. Keine leichte Aufgabe. Das weiß auch Olaf Rohstock, Präsident des KKSV Wendisch Evern und Vorsitzender des SV Wendisch Evern. Schockstarre in der Corona-Krise ist für ihn aber keine Lösung, vielmehr soll versucht werden, die Gemeinschaft so gut wie möglich aufrechtzuerhalten, meint er. „Denn diese ist ja bei vielen der Grund, einem Verein beizutreten“, sagt Rohstock. Und das treffe mitnichten nur auf Sportklubs zu, ergänzt er.

Den Königsweg hat er bislang nicht gefunden, gibt er zu. „Es ist wie die Suche nach dem heiligen Gral.“ Um seine Schützen dennoch einigermaßen bei Laune zu halten, sodass sie sich auf die Zeit nach Corona freuen, halten er und seine Vorstandskollegen zunächst einmal am für den 13. und 14. Juni geplanten Schützenfest fest. Wohl wissend, dass „wir selbst allerdings eher an eine Verschiebung glauben“. Daher stehe ein Ausweichtermin fest, als Plan B sozusagen.

„Anker für unsere Mitglieder“

„Wir wollen, wenn möglich am 3. und 4. Oktober feiern. Auf diesen Termin fokussieren wir uns und hoffen, dass das Schützenfest stattfinden darf. Das ist wichtig als Anker für unsere Mitglieder“, sagt er. Deshalb habe der KKSV die Veranstaltung bisher auch nicht ganz abgesagt.

Auch auf digitale Hilfsmittel setzt der KKSV, um den Betrieb trotz der Kontaktverbote und der daraus resultierenden Absage aller Trainingsabende nicht komplett zum Erliegen zu bringen. Das Vereinsleben wird virtuell. Zumindest da, wo es möglich ist. Neben regelmäßigen E-Mails des Schützenpräsidenten an die Mitglieder tagt der Vorstand per Videokonferenz.

Für die 50 Jugendlichen, die sonst als Athleten im Sommerbiathlon antreten, denkt Olaf Rohstock darüber nach, in der existierenden WhatsApp-Gruppe Trainingsergebnisse zu teilen. Das soll die Kinder und Jugendlichen motivieren, sie bei der Stange halten. „Laufen dürfen sie ja. Mit entsprechenden Apps können sie ihre Strecken und Zeiten erfassen und dann in der WhatsApp-Gruppe teilen. Das würde ich gerne als Wettbewerb machen“, beschreibt er die Idee.

„Ego-Shooter kommen nicht in Frage“

Darüber hinaus ruft er kluge Programmierer auf, eine App zu entwerfen, mit der Sportschützen das Scheibenschießen effektiv simulieren können. „Das gibt es bislang nicht – und Ego-Shooter kommen nicht in Frage.“ Eine weitere E-Sportart könne daraus vielleicht sogar entstehen. „Da haben es die Fußballer besser, sie können sich schon gemeinsam beim E-Soccer messen“, sagt er. Trotz Kontaktverbots.

Im Sportverein seien erste engagierte Sportler und Trainer dabei, die Anlage rund um den Sportplatz dem jährlichen Frühjahrsputz zu unterziehen, berichtet er. „Ohne feste Arbeitsdienstzeiten, dafür werden aber per WhatsApp Aufgaben beschrieben und mit Bildern dokumentiert. Ein tolles Instrument, um so das eigene Gelände trotz der Umstände in Schuss zu bringen.“

Von Stefan Bohlmann

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