Montag , 28. September 2020
Der Wochenmarkt ist ein anderer: Die Stände wurden auseinander gezogen, damit die Abstandsregelung eingehalten werden kann. Blumen gibt es nicht mehr zu kaufen. Foto: A/t&w

Gärtner dürfen ihre Stände nun doch in der Stadt aufbauen

+ + Update, 9. April, 17.15 Uhr:

Ab Ostersamstag dürfen die Blumen- und Pflanzenhändler ihre Ware in Lüneburg nun doch wieder unter freiem Himmel verkaufen. Die Lüneburger Marktbeschicker haben eine Lösung ausgearbeitet, die vereinbar ist mit dem aktuell geltenden Recht. Denn: Das Land gestattet auf einem Wochenmarkt nur den Verkauf von Lebensmitteln, alles andere ist verboten. Und das ist die Lösung: Die Stände, an denen es Blumen und Pflanzen zu kaufen gibt, werden nach einem Plan einzeln über die Lüneburger Innenstadt verteilt. So wird gewährleistet, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können und kein direkter Zusammenhang mit dem Lüneburger Wochenmarkt besteht.

Die Lösung verlangt den Kunden Solidarität ab: An fünf Standorten dürfen die Gärtner ihre Ware anbieten, nämlich am Liebesgrund in Höhe Capitol, am Alten Kran, an der Großen Bäckerstraße, am Sand und An der Münze in Höhe Apothekenstraße. „Uns war wichtig, eine Lösung zu finden, die ohne Winkelzüge dem geltenden Recht entspricht“, sagt Landrat Jens Böther. „Das oberste Ziel ist es, größere Menschenmengen von vorneherein zu vermeiden und so die Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Zudem durfte die Lösung keinen Marktcharakter haben.“ ca/lz

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Wochenendausgabe der LZ.

 

 

Lüneburg/Hannover. Das Verkaufsverbot von Blumen und Pflanzen auf Wochenmärkten soll trotz der Proteste der Lüneburger Marktbeschicker über Ostern bestehen bleiben. Auf der heutigen Sitzung des Landtags-Sozialausschusses haben Vertreter der Landesregierung Lockerungen für Verkäufe im Freien erst nach dem 20. April in Aussicht gestellt. Derzeit gelte das Prinzip, so wenig Kontakt wie nötig zuzulassen.

Dass zwar Baumärkte mit einem ähnlichen Angebot geöffnet haben, dies aber regionalen Marktbeschickern verwehrt werden soll, wird damit begründet, dass es „keinen Tourismus bei Blumen“ gebe, heißt es aus Abgeordnetenkreisen. Das Land hatte das Verkaufsverbot für Baumärkte vor einer Woche aufgehoben, da es zu einem regelrechten Tourismus in Nachbar-Bundesländern wie NRW gekommen sei, wo Baumärkte geöffnet waren.

Lüneburger Landtagsabgeordnete setzen sich für Aufhebung des Verbots ein 

Wie es in Landtagskreisen heißt, ist die Position innerhalb der Landesregierung nicht eindeutig. Demnach seien das Landwirtschafts- und das Wirtschaftsministerium für eine Freigabe, konnten sich aber gegenüber dem Sozialministerium nicht durchsetzen. Die Lüneburger Landespolitikerinnen Andrea Schröder-Ehlers (SPD), Miriam Staudte (Grüne) und Stephan Bothe (AfD) hatten sich am Mittwoch ebenfalls für die Aufhebung des Verbotes stark gemacht.

Schröder-Ehlers hatte beim Krisenstab noch einmal, nachgefasst. Die SPD-Politikern sieht in der von Oberbürgermeister Ulrich Mädge angestoßen Initiative, angrenzend zum Wochenmarkt nach den Regelungen,m die auch für den Baumärkte gelten, einen Verkauf zu organisieren, der den nötigen Abstand gewährleistet, einen „kreativen Ansatz“. mr