Sonntag , 20. September 2020
Pia Steinrücke, Sozialdezernentin der Hansestadt Lüneburg. Foto: Stadt Lüneburg

Jugendämter weiter erreichbar

Lüneburg. Auch wenn das Corona-Virus derzeit das öffentliche Leben lähmt – die Jugendämter in Hansestadt und Landkreis Lüneburg bleiben weiterhin zu den gewohnten Zeiten zuverlässige Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche und Familien.

Pia Steinrücke, Sozialdezernentin der Hansestadt betont: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter nehmen den Kinderschutz auch während der Corona-Krise sehr ernst. Das bedeutet, dass alle Meldungen, die einen Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung beinhalten, nach den geltenden Standards bearbeitet werden. Hierzu finden auch weiterhin die erforderlichen Hausbesuche statt, außerdem stellen wir Schutzpläne auf und prüfen diese auf Einhaltung.“ Gleiches gilt für die zuständigen Stellen des Landkreises, erklärt Ines Benne, Leiterin des Fachdienstes Jugendhilfe und Sport in der Kreisverwaltung: „Um alle in dieser besonderen Lage zu erreichen, greifen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter neben den üblichen Sprechzeiten zusätzlich auf weitere Kommunikationswege wie zum Beispiel Videoanrufe zurück, um mit den Familien in Kontakt zu treten und Beratungsgespräche zu führen.“

Besondere Bedingungen gelten während der Corona-Krise auch für Kinder, Jugendliche und Eltern, die im Rahmen der ambulanten Jugendhilfeangebote betreut werden – beispielsweise durch eine Erziehungsbeistandschaft oder eine Sozialpädagogische Familienhilfe. Hier nehmen die sozialpädagogischen Fachkräfte von Hansestadt und Landkreis aufgrund der aktuellen Lage eine Neubewertung des Hilfebedarfes vor. Dabei liegt ein besonderer Blick auf den Familien, die momentan aufgrund fehlender Kinderbetreuung durch den Ausfall von Schule und Kindertagesstätte nicht ausreichend versorgt sein könnten. Für die Betroffenen treffen Hansestadt und Landkreis Absprachen mit den freien Jugendhilfeträgern, welche die Betreuung durchführen. Dabei geht es darum, ganz praktische Hilfen wie zum Beispiel Spielangebote für Kinder im häuslichen Umfeld, Regeln eines gelingenden Miteinanders oder Maßnahmen zur Deeskalation von Konflikten anzubieten.

Ansonsten gilt: Feste Strukturen und Tagesabläufe sowie eine altersgerechte Aufklärung über die Corona-Pandemie in den Familien können dazu beitragen, Ängste und Orientierungslosigkeit zu nehmen. „Gerade, weil auch soziale Kontakte fehlen, ist es wichtig für die Situation angebrachte Strukturen zu organisieren. Das fällt in der jetzigen Situation auch Familien schwer, die sonst keine weiteren Unterstützungsangebote durch die Kinder- und Jugendhilfe erhalten“, so Sozialdezernentin Steinrücke.

Gemeinsam rufen Steinrücke und Benne daher dazu auf, in den kommenden Wochen und Monaten noch aufmerksamer als sonst zu sein: „Das Virus zwingt uns alle schon seit Tagen, überwiegend in der Wohnung zu bleiben. Das kann Konflikte auslösen. Gerade jetzt ist der Kinderschutz eine gemeinsame Aufgabe. Schauen Sie bitte nicht weg, wenn Sie sich Sorgen machen, ob ein Kind in Gefahr ist. Fragen Sie nach und bieten Sie Hilfe an, wenn es Ihnen möglich ist. Sollte es diese Möglichkeit nicht geben, so können Sie sich immer in den Geschäftszimmern der Jugendämter melden“.

Die Ansprechpartner in Hansestadt und Landkreis Lüneburg auf einen Blick:

Der Bereitschaftsdienst des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) der Hansestadt Lüneburg ist im Geschäftszimmer des Jugendamtes erreichbar, montags bis donnerstags von 8.30 Uhr bis 16 Uhr und freitags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr, Telefonnummer 04131 309 – 3350 oder per E-Mail an thorsten.treybig@stadt.lueneburg.de.

Über das Geschäftszimmer des Jugendamtes sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ASD auch für Beratungsangebote für Familien zu erreichen.

Das Jugendamt des Landkreises Lüneburg ist ebenfalls montags bis donnerstags in der Zeit von 8.30 bis 16 Uhr und freitags von 8.30 bis 12 Uhr erreichbar, Telefonnummer 04131 26 – 1718. Die Email-Adresse lautet jugendamt@landkreis-lueneburg.de.

Außerhalb dieser Sprechzeiten sind die Jugendämter bei dem Verdacht der Notwendigkeit einer sofortigen Überprüfung einer akuten Kindeswohlgefährdung über die Feuerwehr-Einsatz-Leitstelle unter 112 zu erreichen.

HILFE bei Gewalterfahrungen (KPR Kriminalprävention Stadt und Landkreis Lüneburg):

Bei konkreter Gefahr rufen Sie unter 110 den Notruf der Polizei!

FRAUEN HELFEN FRAUEN: Tel. 04131/61733

BISS (Beratungs- und Interventionsstelle für Frauen) Tel. 04131/2216044

PRO BEWEIS Tel. 04131/770

PRO FAMILIA Tel. 04131/34260

MA DONNA Tel. 04131/35535