Antje Lütkemeier mit den Töchtern Janne und Marie im Homeoffice. Foto: t&w

Büroalltag zieht aufs Dorf

Artlenburg. Von heute auf morgen stand der Umzug ins Homeoffice für Antje Lütkemeier an. Vom Büro im Schubz-Umweltbildungszentrum der Hansestadt Lüneburg ging e s vor zwei Wochen aufs Dorf in die eigenen vier Wände nach Artlenburg. „Die Arbeit komplett neu zu strukturieren fiel mir am Anfang schwer. Aber inzwischen funktioniert der Ablauf gut“, sagt sie.

Hangelte sie sich anfangs noch zwischen Schreibtisch, Gassi gehen mit dem Hund und piepender Spülmaschine hin und her durch den neuen Arbeitsalltag, so gibt es jetzt feste Regeln, an die sich auch die beiden Töchter Janne (11) und Marie (9) halten müssen – und dies auch meistens vorbildlich tun: Der Tag beginnt um 9 Uhr mit dem gemeinsamen Frühstück. „Und zwar angezogen, und nicht im Schlafanzug.“

Kinder können problemlos im Garten spielen

Danach geht‘s für Antje Lütkemeier ins Büro, die Mädchen machen Hausaufgaben für die Schule oder gehen bei schönem Wetter an die frische Luft. „Der große Vorteil ist, dass wir auf dem Land leben. Deshalb können die Kinder problemlos im Garten oder der angrenzenden Feldmark spielen, während ich im Homeoffice arbeite“, sagt die 43-Jährige.

Um 13 Uhr ist Schluss. „Weil ich eine halbe Stelle habe.“ Es laufe prima mit dem ganzen Drumherum. Ob es jedoch bei einer Ganztagsstelle auch so wäre, daran hegt sie Zweifel. „Das wäre wohl um ein Vielfaches schwieriger, denn schon jetzt ist es normal, dass die Kinder und ich uns auch mal auf die Nerven gehen in dieser Situation.“

„Es gab keine andere Wahl"

Mit vier Kollegen bildet sie ein Team. Videokonferenzen gehören zum Alltag, vor Wochen hätte daran noch keiner beim Schubz gedacht. „Wir telefonieren auch entsprechend viel, denn sich eben mal per Zuruf wie im normalen Büroalltag verständigen, das fällt ja aus.“

„Mir fehlt der Kontakt zu den Kollegen und der persönliche Austausch mit ihnen sehr“, gibt Antje Lütkemeier zu, die zum ersten Mal in ihrem Arbeitsleben im Homeoffice arbeitet. „Es gab keine andere Wahl, weil das Schubz nach den Schulschließungen auch ziemlich schnell die Reißleine gezogen hat. Für unsere Kollegen aus dem pädagogischen Bereich musste leider Kurzarbeit angemeldet werden und der Rest des Teams wurde ins Homeoffice geschickt.“

Sie lobt ihren Chef Frank Corleis, der sich in der neuen Situation, die praktisch über Nacht kam, um jeden einzelnen Mitarbeiter gekümmert hat. „Das war schon sehr strukturiert, wie er den Umzug ins Homeoffice technisch und organisatorisch hinbekommen hat.“

Bingo-Projekt „Natur begeistert“

Sie freut sich dennoch auf den Tag, wenn sie wieder mit den Kollegen in Lüneburg im Büro zusammen arbeiten kann. Aber bis dahin ist sie erst einmal glücklich darüber, dass sie im Homeoffice einen „echt coolen Job machen darf, der anderen Zuversicht für die Zeit nach Corona gibt“.

Denn sie ist Mitarbeiterin in dem Bingo-Projekt „Natur begeistert“, das vom Schubz koordiniert wird. „Zurzeit bringen wir Förderungen auf den Weg für Projekte, die Kindern im Grundschulalter Naturerlebnisse ermöglichen und die gleich nach der Kontaktsperre in den Vereinen, Institutionen und Bildungseinrichtungen starten können.“

Von Stefan Bohlmann

 

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