Samstag , 26. September 2020
Foto: t&w - Lüneburg - Corona Krise - HomeOffice - Renate Kemper-Gussek .

„Das geht auch von zu Hause problemlos“

Lüneburg. Das Einrichten ihres Homeoffice-Arbeitsplatzes war für Renate Kemper-Gussek ein kleines Abenteuer: Hieß es noch am Morgen, die Mitarbeit er könnten vom Hamburger Spiegel-Verlag aus operieren, wurden sie am selben Abend nach Hause geschickt. Das war am 12. März. „Mit meinem riesigen Computer konnte ich nicht in den Metronom steigen“, sagt die Lüneburgerin rückblickend, „deshalb habe ich ein Taxi nach Hause genommen und mein Arbeitsgerät angeschnallt wie ein kleines Kind.“ Das hat sich gelohnt.

Problemlos funktioniert die Technik im Haus, und auch sonst hat sich die Historikerin mit den Umständen gut abgefunden: „Besonders die späten Heimfahrten fallen nun weg, das ist schon ein enormer Gewinn“, meint sie, räumt aber auch ein: „Ich sitze sonst in einem Großraumbüro mit meinen sechs Kollegen, wir haben viel Kontakt und Austausch, genießen die Kaffeepausen und auch den Besuch der Kantine. Und eben auch das fällt nun weg.“

Die Arbeit aber, und das ist von großem Vorteil, ist auch von zu Hause aus problemlos zu erledigen: „Ich bin beim Spiegel für die Verifizierung der Fotos zuständig“, erklärt Renate Kemper-Gussek, „das heißt, dass ich überprüfe, ob die jeweiligen Bildunterschriften mit den Aufnahmen übereinstimmen.“ Das erfordere ohnehin viel Recherche und ließe sich online gut erledigen. Zudem habe der Verlag schon vorher digitale Kommunikationswege genutzt: „Und das zahlt sich jetzt aus.“

Zwei feste Tage pro Woche ist die Historikerin für das große Medienhaus zuständig, alle 14 Tage noch für weitere neun Stunden. Ihre Heimarbeit hat sie dem natürlich angepasst – das wäre auch gar nicht anders möglich: „Ich beginne meinen Einsatz dann, wenn die Artikel geschrieben sind und beende ihn, wenn das Magazin in den Druck geht.“ Einen geregelten Ablauf hat sie für sich gefunden: „Ich starte um 10 Uhr morgens und mache auch eine feste Mittagspause. Ansonsten gibt es fixe Termine für Konferenzen und Besprechungen.“

Gestört wird sie dabei nicht: Die beiden Töchter der Familie studieren, sind eigentlich schon längst aus dem Haus, aufgrund der Corona-Krise nun aber wieder vorübergehend eingezogen: „Das Kochen des Mittagessens teile ich mir mit den Kindern und meinem Mann“, sagt die Pressedokumentarin, „ebenso Putzen und Einkaufen.“ Zeit für das Pferd und den Garten bleiben somit genug – und trotzdem will auch sie nicht auf die Arbeit im Homeoffice umsteigen: „Der soziale Austausch fehlt.“

Von Ute Lühr