Sonntag , 20. September 2020
Es ist wieder mit Schlangen vor Baumärkten zu rechnen, sie dürfen ab dem 4. April wieder für Privatkunden öffnen. Foto: t&w

Diese Regeln gelten ab Sonnabend im Landkreis Lüneburg

+ + + Update, 4. April, 16.30 Uhr: 

Das Land hat per Presseinformation mitgeteilt, das die seit Sonnabend gültige Verordnung doch in einem Punkt zu weit ginge und korrigiert werden müsse. Aus der Regelung ist herauszulesen, dass in Niedersachsen fortan auch Besuche zwischen engsten Familienangehörigen (Eltern und Kindern) nur in sehr wenigen Konstellation erlaubt seien. Das gelte, so der Verordnungstext, ebenso für das gegenseitige Besuchen engster Freunde.

Nun heißt es: Es sei in der Tat wichtig, die physischen Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zu den Angehörigen des eigenen Hausstandes gehören, auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren, gleichwohl sollten „Besuche im engsten Freundeskreis und unter Lebenspartnerinnen und Lebenspartnern sowie mit wenigen engen Freunden oder sehr guten Bekannten“ zulässig sein. Hier geht’s zum Artikel.

 

Lüneburg. „Kontakte innerhalb der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Grundstück sind auf Personen des eigenen Hausstandes zu beschränken. Das ist eine Klarstellung, die es vorher so nicht gab.“ Landrat Jens Böther (CDU) hat am Freitagnachmittag im Live-Interview mit der LZ aus der neuen Landesverordnung zitiert, die jetzt auf den Weg gebracht wurde und ab Sonnabend gilt. Was vorher lediglich ein Appell war, hat also jetzt offiziellen Charakter.

Der Landkreis Uelzen hatte bereits früh eine Pressemitteilung zu der Thematik herausgegeben und darüber informiert, dass das Niedersächsische Sozialministerium mit Datum vom 2. April „eine Neufassung der Niedersächsischen Verordnung über die Beschränkung sozialer Kontakte zur Eindämmung der Corona-Pandemie erlassen hat“. Das entsprechende Dokument finden Sie hier.

Es legt für Niedersachsen gemeinsame Regeln im Vorgehen gegen das Coronavirus fest: So sind in der neuen Verordnung viele Vorgaben für das öffentliche Leben zusammengefasst, die vom Landkreis Lüneburg und den anderen Landkreisen bisher einzeln und nicht immer einheitlich vorgegeben wurden. Böther begrüßt den Vorstoß des Landes: „Vieles ist jetzt klarer gefasst und vor allem einheitlich. Das ist für die Bürgerinnen und Bürger auch besser verständlich.“

Privatkunden können wieder in Baumärkten einkaufen

Neu ist vor allem, dass die Regeln nun auch ganz klar im privaten Bereich gelten. Grillpartys und Geburtstagsfeiern sind nicht mehr erlaubt, auch keine einzelnen Besuche bei anderen in der Wohnung. Ausgenommen sind beispielsweise Besuche beim Lebenspartner oder in getrennt lebenden Familien bei den eigenen Kindern, um das Sorge- und Umgangsrecht wahrzunehmen.

Kontakte zu einer anderen Person außerhalb der eigenen vier Wände sind nur dann erlaubt, wenn dabei die bekannten Bedingungen (Abstandsregelung: Mindestabstand von 1,5 Metern) eingehalten werden. Explizit untersagt sind Gruppenbildungen, Picknick oder Grillen im Freien. „Zusammenkünfte und Ansammlungen im öffentlichen Raum sind auf höchstens zwei Personen beschränkt; hiervon ausgenommen sind Zusammenkünfte von Angehörigen sowie Personen, die in einer gemeinsamen Wohnung leben.“

„Vieles ist jetzt klarer gefasst und vor allem einheitlich.“ – Landrat Jens Böther

Wer diese Vorgaben beachtet, darf noch allerhand Dinge tun. Die Übersicht, die die LZ veröffentlicht hat (Was ist eigentlich noch erlaubt und was verboten?„), ist noch aktuell, wurde allerdings um den Punkt Bau- und Gartenmärkte ergänzt. Diese dürfen auch im Landkreis Lüneburg ab dem 4. April wieder für Privatkunden öffnen. Böther: „Weil Niedersachsen im Gegensatz zu den Nachbarbundesländern Baumärkte und Gartencenter geschlossen hatte, hat sich ein Tourismus ergeben, der nicht gewollt ist. Die Entscheidung, sie wieder zu öffnen, kann ich deshalb nachvollziehen.“

20-Quadratmeter-Regel in Supermärkten gilt nicht mehr 

Eine weitere Neuerung für die Region: Verbrauchermärkte dürfen künftig wieder doppelt so viele Kunden empfangen, pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche ein Einkaufender. Bekanntlich gab es im Landkreis Lüneburg einen Erlass für eine 20-Quadratmeter-Regel, dieser hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Denn diese Maßnahme war einzigartig, andere Kommunen im Land hatten diese verschärften Bedingungen nicht gefordert.

Im Landkreis Lüneburg gilt nun künftig die Regelung, die in Niedersachsen nicht neu ist: Pro zehn Quadratmetern Ladenfläche ist ein Kunde erlaubt. Weg fällt auch die Regelung der Einmalhandschuhe als Schutz für das Personal und der eine Einkaufswagen pro Kunde. „Unsere Vorgaben aus der Allgemeinverfügung sind vom Handel und von den Kunden vor Ort sehr gut angenommen worden“, sagt Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer. „Viele Händler sind dankbar, dass wir von Anfang an konkrete Vorgaben gemacht haben.“ Den Händlern ist freigestellt, ob sie die eingespielte Regelung beibehalten, denn diese hat sich als sinnvoll und praktikabel erwiesen. 

Von Anna Paarmann