Dienstag , 22. September 2020
Hausmeister Markus Henke hat trotz Corona-Einschränkungen eine Menge zu tun. So wird auch ein Werkraum auf Vordermann gebracht. Henke sagt: „Kurzarbeit oder Überstundenabbau sind hier kein Thema.“ Foto: t&w

In Schulen ist jede Menge los

Lüneburg. Markus Henke hat fast noch mehr zu tun als zur normalen Schulzeit. Pause wegen Corona? Kennt der Hausmeister der Igelschule an der Dahlenburger Landst raße nicht. „Wir haben Bauarbeiter im Haus“, sagt der 43-Jährige. Die hätten eigentlich erst heute mit einem Teil der Arbeiten beginnen sollen: „Die haben aber schon Anfang vergangener Woche losgelegt.“ Ist Henke sonst so gegen halb sieben im Haus: „Jetzt klingelt mein Telefon manchmal schon um sechs, weil die Handwerker rein wollen.“ Da der Schulbetrieb virenbedingt ruht, hat die Bauverwaltung zugesehen, dass in den Schulen der Stadt schon vor dem Beginn der Osterferien Arbeiten beginnen konnten.

Im Rathaus sagt Sprecherin Suzanne Moenck: „Wir beschäftigen insgesamt 35 Hausmeister, das Gros bilden die 19 Schulhausmeister. Die sind im Moment zum Beispiel mit Aufräumen und Instandsetzungen beschäftigt, gerade auch mit Reparaturen, die im Schulalltag schon mal stören können.“ Die Kollegen behalten zudem die Außenanlagen im Blick, sind mit den Firmen in Kontakt, die in den Schulferien routinemäßig zum großen Frühjahrsputz anrücken. Und wo große Bauarbeiten anstehen, zählt der Hausmeister zu den Ansprechpartnern. So ist Henke mit seiner Hagener Schule so etwas wie ein Paradebeispiel. Wie berichtet, lässt die Stadt die Grundschule quasi nach hinten erweitern. „Da ist in etwa Halbzeit“, sagt Henke. „Der Neubau soll in einem Jahr fertig sein.“ Doch nun sind Maurer auch in den älteren Trakten am Rackern. Im Keller schlagen Männer gerade eine Wand ein: „Die muss weg, damit der Fahrstuhl besser erreicht wird.“ Kinder, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, gelangen nun beispielsweise besser in einen Werkraum.

Sie arbeiten nur eben anders

Da hat Henke ebenfalls zu tun. Er hat alles zur Seite geräumt, denn dort tauschen Tischler die alten Fenster Jahrgang 1950 aus. Überall Dreck und Staub. Da war der ehrenamtliche Feuerwehrmann schon zuvor gefordert. Aus drei Klassenzimmern hat er Tische und Stühle geschleppt, alles unter einer Treppe gestapelt und mit Folien zugedeckt. Der Klassenraum der 2 b ist ebenfalls Henkes Arbeitsplatz. Er hat die Tafel eingeschlagen und verklebt. „Hier machen wir die Wand auf, um eine zweite Tür einzubauen. Ein zusätzlicher Fluchtweg.“ Neue Auflagen machen das erforderlich. Dazu kommt der normale Ferienalltag des Hausmeisters: Brandschutztüren kontrollieren, Pinnwände aufmöbeln oder austauschen, hier und da Scharniere schmieren, Feuerlöscher unter die Lupe nehmen: „Als Streich ziehen die Kinder da schon mal Stifte raus.“ Blöd, wenn so ein Ding dann plötzlich durch eine Erschütterung lospustet.

Rund um die Schule schaut Henke nach dem Rechten. Da auf dem Gelände ein Spielplatz liegt, greift er ab und an ein. Man merkt ihm an, dass es ihm leid tut: „Auf Spielplätze darf ja keiner mehr wegen der Ansteckungsgefahr. Ich mache die Leute darauf aufmerksam.“ Glücklicherweise seien bislang alle einsichtig gewesen.

Mancher mag den Corona-Gefahren am Schreibtisch zu Hause trotzen, für Henke und seine Hausmeisterkollegen geht das nicht – sie arbeiten nur eben anders.

Von Carlo Eggeling

Eltern finden Alternativen

Betreuung wird selten genutzt

Mädchen und Jungen sollten tunlichst zu Hause bleiben, nur in Notfällen können Eltern – auch in den Ferien – ihre Kinder bis Klasse 8 in den Schulen in eine Notbetreuung geben. Doch seit das Angebot läuft, ist die Nachfrage gering. Das ergab eine Anfrage im Sozialdezernat. In den 22 städtischen Schulen zwischen Bockelsberg und Zeltberg hatten beispielsweise Heiligengeist- und Christianischule noch gar keine Anmeldung. In der Schule im Roten Felde wird ein Kind betreut, am Hasenburger Berg vier. Alles in allem waren bzw. sind es bislang knapp ein Dutzend Mädchen und Jungen. Zum Vergleich: Von den Alterstufen her kämen rund 5500 Schüler infrage. Offensichtlich schaffen es die meisten Eltern Alternativen zu finden.

Ann-Kristin Jenckel aus dem Pressereferat bilanziert: „Es wird deutlich, dass der Bedarf an Notbetreuung in den Ferien nicht sehr groß ist. Auch zeigen die vorliegenden Zahlen, dass die Eltern sich an die Beschränkungen halten und diese ernst nehmen, das heißt, dass sich nur Eltern melden, die zwingend notwendig auch eine Betreuung benötigen. ca