Samstag , 24. Oktober 2020
Auf dem mehrere Tausend Quadratmeter großen Areal planen zwei Unternehmen Neubauten. Neben Gewerbeflächen sollen auch Dutzende Wohnungen entstehen. Foto: t&w

Ein neues Tor zur Stadt

Lüneburg. Seit Jahren liegt eine der interessantesten Flächen der Stadt brach, das soll sich ändern. Das Uelzener Bauunternehmen Meyer hat das Areal im Lünepark gekauft und plant dort Gewerbe anzusiedeln und Wohnungen zu bauen. Das bestätigt Geschäftsführer Per Carsten Meyer: „Zur Bockelmannstraße soll aufgrund des Straßenlärms der gewerbliche Teil entstehen, dahinter Wohnungen.“ Doch noch gebe es keine konkreten Pläne, was gebaut werden solle.

Auch Denkmalschutz spielt eine Rolle

Dabei ist sich Meyer mit seinen Mitarbeitern aus dem Projektteam Tobias Müller und Dennis Grot einig, dass es sich „um ein Einfallstor Lüneburgs handelt, es ist eine Chance, diesen Eingang zu gestalten“. Dabei geht es um mehr, denn bekanntlich hat der Brietlinger Bauträger Jan Kathmann im vergangenen Frühjahr das benachbarte in Richtung VGH liegende Grundstück von der Sparkasse erworben. Er will dort neben einem bestehenden Kasernenbau aus den 1930er-Jahren einen neuen Komplex entstehen lassen.

Stadtbaurätin Heike Gundermann sieht die Vorhaben in einem Zusammenhang, sie sollten sich ergänzen, eben weil es sich auch aus ihrer Sicht um ein Entrée der Stadt handelt: „Ein Austausch ist sinnvoll und notwendig, das wissen beide Firmen.“ Dabei spiele der Denkmalschutz ebenfalls eine Rolle, die Anfänge der Bauzeit der Lüner Kaserne reichen in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück.

Baustart im Jahr 2022 möglich

Meyer sieht es ähnlich und sagt: „Nutzung und Architektur sollten miteinander korrespondieren.“ Er geht davon aus, dass die Stadt ein Bebauungsplan-Verfahren auflegen könnte. Ein Baustart sei im Jahr 2022 möglich.

In der Vergangenheit war das Gelände, auf dem gerade Bäume und Sträucher gekappt wurden, als möglicher Bauplatz für ein Hotel gehandelt worden. Meyer sagt dazu: „Das ist eine Option, Büroflächen sind ebenfalls denkbar.“ Beschlossen sei nichts. Sein Kollege Müller fügt an, dass einige Firmen aus Hamburg angesichts sehr hoher Mieten ins Umland auswichen: „Die Quadratmeterpreise liegen dort bei 17, 18 Euro.“ Ein weiterer Aspekt: Dadurch, dass in Lüneburg neue Quartiere entstanden sind und entstehen, in die es eben auch Zuzug aus der Metropole gebe, würden viele der Neubürger gern an der Ilmenau arbeiten, um sich die Fahrzeit zu ersparen. Insofern sei es für Betriebe interessant, sich hier niederzulassen oder Dependancen zu eröffnen.

Betreutes Wohnen und ein Hotel

Jan Kathmann, der die benachbarten Flächen erworben hat, hatte im vergangenen Mai erklärt, er wolle Mitte dieses Jahres mit dem Bauen beginnen. Betreutes Wohnen und ein Hotel seien denkbar, dazu ein Anteil von Sozialwohnungen.

Wie konkret die Ideen sind, war nicht zu erfahren. Mehrere Versuche, den Brietlinger zu erreichen, blieben erfolglos. Bei der Stadt sind weder eine Bauvoranfrage noch ein Bauantrag eingegangen, heißt es aus dem Rathaus: „Es hat ein erstes allgemeines Gespräch gegeben.“

Das Uelzener Unternehmen Meyer hat auch einen Sitz in Lüneburg. Projekte hat die Firma im Speicherviertel und im Ilmenaugarten umgesetzt.

Von Carlo Eggeling