Freitag , 25. September 2020
Um die Verbreitung des Coronvirus einzudämmen, gibt es weitere Beschränkungen: Die Aufnahme von Patienten in Pflegeheim wird gestoppt. Foto: A/dpa

Aufnahmestopp für Pflegeheime

Lüneburg. Das Land Niedersachsen hat nach dem Tod von mehreren mit dem Coronavirus infizierten Pflegebedürftigen in Wolfsburg die Schutzmaßnahmen verschärft. Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) ordnete einen Aufnahmestopp für alle Pflegeheime an. Im Landkreis Lüneburg gelten diese Beschränkungen ab Donnerstag, 2. April. Befristet sind die Anordnungen erst einmal bis einschließlich 18. April.

Ausgenommen von diesem Aufnahmestopp sind Einrichtungen, in denen gewährleistet ist, dass neu aufzunehmende Bewohner für einen Zeitraum von 14 Tagen separiert von den übrigen Bewohnern in Quarantäne untergebracht werden können. Reimann betonte, dass die jetzt beschlossenen „drastischen Maßnahmen“ notwendig seien, weil die Mitte März angeordneten Besuchsverbote für Alten- und Pflegeheime in vielen Fällen­ nicht beachtet worden seien. Die Politikerin appellierte an Angehörige, die Heime zu meiden. „Bitte besuchen Sie Ihre Lieben nicht. Damit schützen Sie nicht nur Ihre eigene Mutter oder Ihren eigenen Vater, sondern alle.“

Besuchsverbote wurden vielfach missachtet

Pflegebedürftige, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, sollen künftig in gezielt dafür hergerichteten Kurzzeitpflege- oder Reha-Einrichtungen untergebracht werden. Weitere Aufnahmen können im Einzelfall in Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt zugelassen werden. Das Land hat am Montag 22 der 78 Rehakliniken dazu verpflichtet, Patienten ohne Coronavirus-Infektionen aus regulären Krankenhäusern zu übernehmen. Auf diese Weise seien 2000 zusätzliche Krankenhausbetten geschaffen worden.

Außerdem gilt: Wohngemeinschaften, die ambulant betreut werden, dürfen nicht von Personen, die dort nicht wohnen, betreten werden. Ausgenommen von diesem Verbot sind Angehörige von palliativ-medizinisch versorgten Bewohnern. Freien Zutritt haben die behandelnden Ärzte und etwa Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten, also zur Pflege bestimmte Personen. Ausnahmen kann es für Seelsorger, Geistliche oder Bestatter geben, außerdem  für Handwerker, deren Leistungen sich nicht verschieben lassen.

Die zugelassene Notbetreuung in Einrichtungen der Tagespflege wird ergänzt: So dürfen im Einzelfall Nutzer in die Notbetreuung aufgenommen werden, für die eine fehlende Betreuung in der Tagespflege aufgrund eines besonders hohen Pflege- oder Betreuungsaufwandes eine gesundheitliche Schädigung zur Folge hätte oder die einer ärztlich verordneten Behandlungspflege bedürfen, die nicht ein Angehöriger oder ein ambulanter Pflegedienst übernehmen kann.