Samstag , 19. September 2020
In Zeiten der Corona-Krise ist die A39 bei Lüneburg leer, auch verzögert das Virus die Ausbaupläne bis Wolfsburg. Foto: be

Virus legt Planung für A-39-Ausbau auf Eis

Lüneburg. Die Corona-Krise beeinflusst auch große Bauvorhaben in der Region: So liegen jetzt die Planungen für den Bau der Autobahn 39 im Bereich des Lüneburger Stadtgebietes auf Eis. Und zwar auf unbestimmte Zeit. Um wie viele Monate oder sogar Jahre dies die Fertigstellung des 105 Kilometer langen Lückenschlusses zwischen Lüneburg und Wolfsburg verzögern wird, vermag derzeit noch niemand zu sagen.

Planfeststellungsverfahren bereits im Jahr 2012 eingeleitet

Konkret geht es aktuell um den 7,7 Kilometer langen Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Lüneburg-Nord und Neu Hagen (B216). Für diesen Streckenbereich hätte es eigentlich vergangene Woche einen fünftägigen so genannten „Erörterungstermin“ geben sollen, bei dem Kritiker sich zu den Planungsänderungen Gehör verschaffen können – mit dem Ziel, eine einvernehmliche Planung auf den Weg zu bringen. Die Landesbehörde für Straßenbau hatte das Planfeststellungsverfahren bereits im Jahr 2012 eingeleitet, doch gegen die damaligen Vorstellungen des Bauherrn gab es mehr als 1600 Einwendungen.

Daraufhin wurden die Entwürfe überarbeitet. „So haben wir berücksichtigt, dass im Laufe der Jahre die Verkehrsprognosen für die Autobahn 39 erhöht wurden“, sagt Annette Padberg, stellvertretende Leiterin der Lüneburger Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Nunmehr gehe man davon aus, dass täglich bis zu 64.000 Kraftfahrzeuge über die A39 rollen würden. Entsprechend sei auch der Lärmschutz angepasst worden.

Baubeginn hätte Anfang 2024 sein sollen

Eine grundlegende Veränderung ist außerdem der Bau eines so genannten „Verflechtungsstreifens“ neben den beiden regulären Fahrspuren. Dieser zusätzliche Fahrstreifen auf einer Länge von vier Kilometern ist für Fahrzeuge gedacht, die auf die Autobahn auf- beziehungsweise von ihr abfahren. Einen ähnlichen Beschleunigungs- beziehungsweise Bremsstreifen gibt es aktuell bereits auf der Bundesstraße 4 für den Verkehr, der von der Lüneburger Ortsumgehung am Kreuz Häcklingen auf die B4 in Richtung Melbeck einbiegt. Außerdem wird derselbe Streifen dort von Fahrzeugen genutzt, die aus Lüneburg auf die Ortsumgehung in Richtung Norden abbiegen wollen.

Nach der Absage des Erörterungstermins für den A-39-Bauabschnitt zwischen Lüneburg-Nord und Neu-Hagen ist völlig ungewiss, wann dieser nachgeholt werden kann. „Niemand kann sagen, wie lange uns die Corona-Krise bei den Planungen einschränkt“, sagt Padberg. Ziel sei es, diese Verzögerung auf den Gesamtzeitplan des Autobahnbaus möglichst gering zu halten. „Wir hätten voraussichtlich im Jahr 2022 einen Feststellungsbeschluss gehabt“, erklärt die stellvertretende Leiterin. Baubeginn im nördlichen Teil hätte dann Anfang 2024 sein sollen, auf eine Vollendung des Lückenschlusses hatten die Planer für Ende 2028 gehofft. „Ob das gehalten werden kann, vermag ich derzeit nicht mehr zu sagen“, so Padberg.

Von Thomas Mitzlaff

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