Samstag , 26. September 2020

Raus aus dem Hamsterrad

Lüneburg. Die Menschen müssen den Ernst der Lage begreifen, finden die 579 Mitglieder der neugegründeten Gruppe „Solidarisches Lüneburg“, die Nachbarschaftshilf e in Zeiten von Corona anbieten. Einer von ihnen ist der Künstler „Marky Mark“ (32). Er ist sich sicher: Das erklärte Ziel erreicht man am besten mit Humor. Deshalb hat er mit Studentin Johanna (20) die beiden Hamster Henriette und Henry erfunden, die zeigen sollen, was man in der Corona-Krise anstelle von Hamsterkäufen Sinnvolles unternehmen kann.

Marky Mark. Foto: privat

Die beiden Hamster sollen den Lüneburgern helfen, neue Beschäftigungsideen in der häuslichen Isolation zu finden. „Das soll eine Alternative zu Youtube, Instagram oder dem Fernseher sein. Damit die Menschen raus kommen aus dem Hamsterrad“, betont der Künstler. Henry und Henriette sollen dazu animieren, aus dem täglichen Trott aus Arbeit und Konsum auszusteigen.

Die sogenannten Sharepics lassen sich leicht über die sozialen Medien verbreiten. „Das kleine Hamsterchen ist süß und sticht ins Auge, deshalb ist es für jedes Alter geeignet“, findet Marky Mark.

Einkäufen und Kinderbetreuung

Das Projekt entstand aus der solidarischen Gruppe, die sich aus zahlreichen kleineren Bündnissen wie „Fridays for Future“, „Parents for Future“ oder „Ende Gelände“ zusammengeschlossen hat. „Es geht uns darum, Menschen aus der Risiko-Gruppe, die Unterstützung in Form von Einkäufen, Kinderbetreuung oder ähnlichem benötigen, mit freiwilligen Helfern in Kontakt zu bringen“, erklärt Marky Mark. Das Ganze sei selbstverständlich ehrenamtlich und kostenlos.

Dabei stießen der Comic-Künstler und seine Mitstreiter auf ein Problem: „Die älteren Menschen sind häufig unsicher, welchen Angeboten sie trauen können, da auch Betrüger mit dieser Masche ihr Unwesen treiben.“ Gerade deshalb sind die jungen Leute froh, dass sie nun mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammenarbeiten können.

„Wir wollen wirklich etwas tun“

„Das DRK liefert uns einen Vertrauensvorschuss, so können die Menschen, denen wir helfen wollen, sicher sein, dass wir keine Betrüger sind.“ Zudem können die fast 600 engagierten Lüneburger das DRK entlasten, sollte sich die Situation in Lüneburg noch weiter zuspitzen. „Wir wollen wirklich etwas tun. Es ist ein schönes Signal, wenn freitags geklatscht wird, aber das DRK braucht auch tatsächliche Unterstützung.“

Wer aktuell auf Hilfe angewiesen ist, kann sich an die Gruppe per E-Mail an solidaritaet@lebendiges-lueneburg.de oder an das DRK unter (04131) 7029605 wenden.

Von Lilly von Consbruch