Der spektakulärste Einsatz 2019 war der Brand im Heiligengeiststift. Foto: Michael Behns

Einsätze unter anderen Bedingungen

Lüneburg. Die Lüneburger Feuerwehr hat in den Corona-Modus umgeschaltet. Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft berichtet, dass die Wache Mitte im Lünepark und die Wehren im Süden, also Häcklingen, Rettmer und Oedeme, „autark fahren“. Das bedeutet, dass die Standorte Einsätze jeweils mit eigenen Kräften abarbeiten. Zudem sind die Ehrenamtlichen dabei, feste Besatzungen für feste Fahrzeuge zusammenzustellen: Es rückt im Fall der Fälle immer dasselbe Personal aus: „Wenn wir dann jemanden haben, der sich infiziert hat oder haben könnte, müssen wir nur bestimmte Leute unter Quarantäne stellen und nicht einen ganzen Zug.“ Natürlich sei alles anders, wenn ein Großeinsatz ansteht.

Auch Feuerwehrleute benötigen für manche Einsätze medizinische Schutzkleidung, beispielsweise, wenn sie für den Rettungsdienst eine Tür öffnen, damit die Kollegen einen hilflosen Patienten versorgen können. „Auch wir haben keine Chance, etwas nachzubestellen“, sagt der Feuerwehrchef. Aber für die nächsten Wochen gebe es noch genug Material.

Stadtkommando sagte Jahresversammlung ab

Den sogenannten Dienstbetrieb haben die Lüneburger wie andere Feuerwehren bereits vor Wochen eingestellt, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Diesterhöft hat Vertrauen in seine rund 250 Brandbekämpfer: „Die sind gut ausgebildet und kommen auch ein halbes Jahr ohne Übungen zurecht.“ Das Stadtkommando hatte bekanntlich auch entschieden, die Jahresversammlung abzusagen.

Eigentlich zieht die Feuerwehr dann immer eine Bilanz für das vergangene Jahr und gibt einen Ausblick. Das nun an dieser Stelle in Kürze. Im Rekordjahr 2018 waren die städtischen Brandbekämpfer 874 Mal gefordert, vergangenes Jahr 729 Mal. Die Erklärung für das Minus liegt für Diesterhöft nahe: „Weniger Unwettereinsätze.“ Insofern könnten diesen Zahlen immer nur eine Momentaufnahme liefern. Bei den Mitgliedern gab es ein leichtes Plus von 241 auf 250.

Bekanntlich wollen Stadt und Feuerwehr bis 2025 ein neues Konzept umsetzen, um so schneller in die verschiedenen Stadtteile ausrücken zu können. Dafür soll eine dritte Wache gebaut, mit Fahrzeugen und Personal bestückt werden. Diesterhöft sagt, dass die Planungen vorangehen und man dabei sei, beispielsweise einen entsprechenden Fuhrpark zusammenzustellen.

Von Carlo Eggeling