Dienstag , 29. September 2020
Der Anbau an die Kinderkrippe am Freibad gehörte zu den großen Investitionen der Gemeinde Adendorf in den letzten Jahren. Foto: Michael Behns

Adendorf baut mächtig Schulden ab

Adendorf. Wie sich die finanzielle Situation im laufenden Jahr 2020 entwickelt, weiß niemand. „Was da noch auf uns zukommt, kann niemand vorhersagen“, sagt Adendorfs Gemeindekämmerer Matthias Gierke mit Blick auf die Coronakrise. Mit dem, was Gierke als Ergebnis des Jahres 2019 in der jüngsten Ratssitzung vortrug, waren die Kommunalpolitiker aber ausnahmslos zufrieden.

Ein ausgeglichenes Ergebnis in Einnahmen und Ausgaben hatte der Kämmerer für 2019 prognostiziert, von einem Überschuss in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro berichtete er jetzt dem Rat. Davon abgezogen werden müssen 550.000 Euro, die bereits für die Sanierung des Eisstadions eingeplant sind.

Als Gründe für das positive Ergebnis nannte Matthias Gierke unter anderem die „sehr gute konjunkturelle Lage“ im vergangenen Jahr. Außerdem eine „aktive Haushaltsführung“. Soll heißen: Tut sich an einer Stelle im Haushalt ein „Loch“ auf, wird umgehend in anderen Bereichen nach Möglichkeiten gesucht, das Minus zu „stopfen“.

5,2 Millionen Euro an Krediten

Stolz ist Gemeindekämmerer Gierke auch darauf, dass in den vergangenen Jahren keine neuen Investitionskredite aufgenommen werden mussten. Dabei seien Investitionen wie der Anbau an die Kinderkrippe am Freibad, der 2017 abschließend abgerechnete Mensaneubau an der Grundschule Weinbergsweg, ein Grundstückskauf am Papageienweg und Ausgaben für Asylbewerberunterkünfte gestemmt worden.

Insgesamt hat die Gemeinde in den Jahren 2009 bis 2019 rund 19,2 Millionen Euro in ihre Infrastruktur investiert, dabei entstanden sind unter anderem noch die neue Feuerwehr Adendorf, der Bauhof und die Kindertagesstätte an der Feuerwehr. Für diese Investitionen wurden insgesamt etwa 5,2 Millionen Euro an Krediten aufgenommen.

Adendorf konnte auch seinen Schuldenstand zurückfahren: Stand die Gemeinde noch 2016 mit rund 7,8 Millionen Euro in der Kreide, so waren es Anfang dieses Jahres noch 4,99 Millionen Euro. Neben der regelmäßigen Tilgung wurden auch Sondertilgungen geleistet: Um die „Verwahrgebühren“ für auf den Gemeindekonten „geparktes“ Geld zu sparen, wurden Ende vergangenen Jahres 900.000 Euro an zusätzlichen Tilgungen geleistet, Anfang dieses Jahres noch einmal knapp 750.000 Euro.

Ehrung für Rolf-Werner Wagner

„Solide und gut gewirtschaftet“, lobte Jürgen Schreiber, Vorsitzender der Gruppe SPD/Grüne, die von Gierke vorgelegten Zahlen.
Lob von allen Fraktionen gab es auch für die vom Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Lüneburg geprüften Jahresabschlüsse der Gemeinde Adendorf für 2016 und 2017. Einstimmig erteilten die Ratsmitglieder dann auch Bürgermeister Thomas Maack die Entlastung für die beiden Jahre.

Neben vielen Zahlen gab es während der Ratssitzung auch eine Ehrung: Rolf-Werner Wagner (SPD) wurde von Norbert Meyer, Vorsitzender des Kreisverbands Lüneburg im Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund, für seine 20-jährige Ratszugehörigkeit mit der Silbernen Ehrennadel des Verbands ausgezeichnet.

Von Ingo Petersen