Dienstag , 22. September 2020
Der Landkreis hat nach entsprechenden Hinweisen gestern Penny-Filialen kontrolliert und Nachbesserungen eingefordert. Foto: t&w

Penny stellt sich quer

Lüneburg. Der Lebensmittel-Discounter Penny wehrt sich gegen die vom Landkreis Lüneburg verfügten Einlassbestimmungen für Supermärkte: „Wir halten die Allgemeinverfügung (…) im Hinblick auf die Zugangsbeschränkungen für nicht verhältnis- und damit nicht rechtmäßig“, sagt Penny-Pressesprecher Andreas Krämer. Außerdem könnten die Mitarbeiter die geforderten Zusatzaufgaben angesichts einer ohnehin schwierigen Logistik-Situation nicht meistern.

„Die Nichteinhaltung der Allgemeinverfügung ist strafbar“

Seit Donnerstag dürfen Verbrauchermärkte ab 500 Quadratmeter in Stadt und Landkreis Lüneburg je 20 Quadratmeter Verkaufsfläche nur noch einen Kunden einlassen, jeder hat dazu einen Einkaufswagen zu benutzen. Wartende Kunden müssen draußen einen Abstand von mindestens einem Meter zueinander einhalten, verantwortlich für die Umsetzung ist der Markt. Diese verschärften Bedingungen haben andere Kommunen in Niedersachsen bekanntlich nicht gefordert.

Während die meisten Supermärkte in Lüneburg entsprechend reagierten und zum Beispiel Sicherheitsdienste vor die Eingangstür stellten, wiesen in einigen Penny-Märkten lediglich handgeschriebene Schilder auf die neuen Bestimmungen hin – kontrolliert wurde die Einhaltung offenbar nicht. Der Landkreis hat nach entsprechenden Hinweisen gestern Penny-Filialen kontrolliert und Nachbesserungen eingefordert. Von dort heißt es: „Die Nichteinhaltung der Allgemeinverfügung ist strafbar und kann letztlich bis zur Schließung der Verkaufsstelle führen.“

Unternehmen zweifelt an Sinnhaftigkeit

Die Penny-Zentrale in Köln will zwar ab heute die Zugangsbeschränkungen in den Lüneburger Märkten durchsetzen. Allerdings seien die Behörden verantwortlich für das, was sich auf dem Gehweg abspiele: „Wir gehen davon aus und erwarten, dass die für die öffentliche Ordnung zuständigen Behörden dann im öffentlichen Raum (…) die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen kontrollieren und durchsetzen“, betont Pressesprecher Krämer. Denn Warteschlangen seien durch diese Regelungen unvermeidlich.

Das Unternehmen bezweifelt die Sinnhaftigkeit der rein rechnerischen Zugangsbeschränkung, „denn es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich die Kunden vor dem Markt anders verhalten als drinnen“. Mitarbeiter könnten die Kontrolle nicht leisten, „wenn diese dem vorrangigen Ziel der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung gerecht werden sollen“.

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Von Thomas Mitzlaff