Sonntag , 25. Oktober 2020
Teamleiter Rudolf Wieland und Petra Tödter machen mit beim neuen Hilfsangebot. Foto: be

Bürgerbus liefert Einkäufe

Bardowick/Lüneburg. Die Personenbeförderung ist eingestellt. Dennoch wollen die Fahrer des Bürgerbusses Bardowick weiterhin für ihre Fahrgäste da sein, besonders jetzt in der schweren Zeit der Corona-Krise. „Wir bieten einen Einkaufs- und Bringdienst an für diejenigen, die bereits angemeldet sind beim Bürgerbus und diesen in Anspruch nehmen dürfen“, sagt Rudolf Wieland.

Der Vögelser ist Teamleiter beim Bürgerbus, ein Angebot in der Samtgemeinde Bardowick, dessen Nutzung ausschließlich bedürftigen Personen und ihren Begleitpersonen zur Verfügung steht – 320 eingetragene Nutzer gibt es, von denen die Hälfte den Bürgerbus in Anspruch nimmt.

„Wir kaufen zum Beispiel Lebensmittel im Supermarkt ein, holen Medikamente aus der Apotheke.“ – Rudolf Wieland, Teamleiter beim Bürgerbus

„Unsere Fahrgäste sind in der großen Mehrheit die gefährdete Gruppe, die vor allem vor der Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden soll: die älteren Leute“, erklärt er. Zum einen sollen gerade sie nicht einkaufen, zum anderen sind sie nicht mobil. „Deshalb wollen wir Fahrer helfen und springen ein. Wir kaufen zum Beispiel Lebensmittel im Supermarkt ein, holen Medikamente aus der Apotheke.“

Bei der telefonischen Anmeldung bei der Samtgemeinde, die unter (04131) 1201911 von Montag bis Donnerstag, jeweils von 9 bis 12 Uhr möglich ist, wird der Bringdienst vereinbart. „Dann kommt ein Fahrer, holt die Liste für die Besorgungen ab, kauft ein, rechnet ab, bringt das Rückgeld mit.“

Wichtig ist Rudolf Wieland, dass streng darauf geachtet wird, dass es zu keinem direkten Kontakt zwischen Fahrer und Auftraggeber kommt. „Wir legen die Dinge an der Haustür ab.“

Lebensmittel-Gutscheine für Bedürftige

Derweil ist noch ungeklärt, ob es Hilfe für die Menschen gibt, die zu den Kunden der Lüneburger Tafel zählen. Es gibt einen Schwung Ideen, doch viele sind aus Sicht der Verantwortlichen nicht praktikabel. Rund 400 Bedürftige kommen Woche für Woche zur Ausgabestelle im Tiefen Tal, um sich dort mit Lebensmitteln zu versorgen. Angesichts der Corona-Krise hat die Tafel ihre Türen geschlossen.

Bei der Vorsitzenden Konstanze Dahlkötter und auch bei der LZ sind verschiedene Vorschläge angekommen, so könnten junge Leute die Ausgabe übernehmen oder Essen zu den Klienten gefahren werden. „Es scheitert an mehreren Stellen“, sagt die Tafel-Chefin: Aus Datenschutzgründen könne man keine Adressen herausgeben, zudem könnten auch junge Leute den Virus weitergeben beziehungsweise 100 und mehr Kunden in der Schlange stehen, die sich versorgen wollen. Der Abstand von zwei Metern sei kaum umsetzbar. Der wesentliche Punkt: „In den Zentrallagern der Lebensmittelkonzerne bekommen wir keine Ware mehr, das zeigt die Versorgungslage im Handel.“

Telefonnummer für Betroffene: (04131) 309 3248

Im Rathaus reagiert die Verwaltung. Sie bietet „für Personen, die Sozialleistungen von der Stadt Lüneburg beziehen und im Besitz eines Tafel-Ausweises sind“, bei Bedarf Unterstützung an. Betroffene melden sich unter (04131) 3093248. Wer mittellos sei, könne einen Lebensmittel-Wertgutschein erhalten, den er im Supermarkt einlösen kann.

Ein weiterer Ansatz kommt aus dem Sozialdezernat. Das arbeitet an einem Schreiben, das möglichst bis zum Anfang nächster Woche an alle Haushalte verteilt werden soll und in dem noch einmal alle wichtigen Hilfsangebote und Anlaufstellen aufgelistet sein werden. Darüber hinaus wird in dem Schreiben eine Visitenkarte enthalten sein für jene, die sich in der aktuellen Situation Hilfe wünschen: Sie können die angegebene Nummer wählen, die Stadt wird dann vermitteln zwischen Hilfesuchenden und Helfern. Hierbei steht die Stadt in engem Kontakt mit den Wohlfahrtsverbänden und anderen Freiwilligen.

Durch das Schreiben sollen auch die erreicht werden, die sich nicht durch die Zeitung oder das Internet informieren können und möglicherweise nicht wissen, wo sie Hilfe bekommen.

Von Stefan Bohlmann und Carlo Eggeling

  • Das Bürgertelefon zum Corona-Virus ist unter der (04131) 26-1000 zu erreichen.
  • Über den aktuellen Stand zum Coronavirus in Lüneburg und Umgebung informieren wir Sie hier.
  • Eine Übersicht über alle Veranstaltungen, die in Lüneburg und Umgebung ausfallen, finden Sie hier.