Samstag , 24. Oktober 2020
Lilly von Consbruch ließ sich auf Corona testen. Foto: t&w

Kleines Stäbchen, große Wirkung

Lüneburg/Hiddenhausen. Ein kleines Wattestäbchen brachte mir jetzt die erleichternde Gewissheit: Ich habe mich nicht mit dem Coronavirus infiziert. Da ich nicht in Lüneburg war, als meine Ärztin Alarm schlug, musste ich mich in meinem Heimatort testen lassen. Das ging schnell, unkompliziert – und hat mir gezeigt, wie wichtig Vorsicht zurzeit ist.

Am Sonnabend rief mich meine Hausärztin an, um mir zu sagen, dass der Grippe-Abstrich negativ sei. Mein Husten, die Grippesymptome und das Engegefühl in der Brust beim Atmen müssen von einer anderen Virusinfektion kommen. Corona? „Auf keinen Fall“, war sie sich sicher.

Ich glaubte das gerne. Außerdem ging es mir schon besser, also fuhr ich guten Gewissens in die Heimat. Doch dann kam am Sonntag der zweite Anruf meiner Ärztin: Zwar hatte ich kein Fieber, aber vor allem die Atemprobleme und der trockene Husten seien doch ein Warnsignal. Außerdem hätte ich mich durchaus in meinem Ägypten-Urlaub infizieren können – oder schon in Deutschland. Ich sollte mich nun doch schnellstmöglich testen lassen.

„Ich wäre Schuld gewesen, wenn die gesamte Redaktion in Quarantäne gemusst hätte.“ – Lilly von Consbruch

In meinem Kopf machte sich sofort ein Horrorszenario breit: Ich wäre schuld daran, wenn die gesamte Redaktion, einige Lüneburger und meine Familie in Quarantäne müssten. Im nächsten Moment war ich mir wieder sicher: Ich habe das eh nicht.

Doch die Ungewissheit und die Sorge waren viel stärker, und so war ich froh, dass es in meinem Heimatdorf ganz einfach war, sich testen zu lassen. Während in Lüneburg die Mitarbeiter der Hotline (siehe unten) anhand eines Ermittlungsbogens darüber entscheiden, wer in dem Diagnosezentrum getestet wird und wer nicht, wurde mir bei dem Herforder Bürgertelefon gesagt, dass dort noch ausschließlich die Hausärzte den Abstrich vornehmen.

Bloß mit keinem anderen Patienten in Kontakt kommen

Also rief ich bei meinem ehemaligen Hausarzt an und schilderte ihm die Situation. Fünf Minuten später stand ich in sicherer Entfernung vor der Praxis und sagte übers Telefon Bescheid, dass ich da sei. Bloß nicht zu nah kommen und mit keinem anderen Patienten Kontakt haben: Das war die Devise.

Also wartete ich in Sichtweite, bis mir das Teststäbchen draußen hingelegt wurde. Ich lief schnell hin, schnappte es mir und setzte mich ins Auto. Am Telefon wurde mir dann genau erklärt, was ich damit tun muss. Nachdem ich den Abstrich gemacht hatte, legte ich ihn wieder vor die Praxis.

Als die Arzthelferin nicht einmal meine Versichertenkarte anfassen wollte, die ich ihr durch den Briefschlitz reichte, und sich Handschuhe anzog, um meinen Abstrich in die Praxis zu holen, wurde mir klar: Im Moment kann man nicht vorsichtig genug sein. Denn auch an der Wiedersehensfreude meiner Kollegen habe ich gemerkt: Das kleine Wattestäbchen hat nicht nur mir große Erleichterung gebracht.

  • Das Bürgertelefon zum Corona-Virus ist unter der (04131) 26-1000 zu erreichen.
  • Über den aktuellen Stand zum Coronavirus in Lüneburg und Umgebung informieren wir Sie hier.
  • Eine Übersicht über alle Veranstaltungen, die in Lüneburg und Umgebung ausfallen, finden Sie hier.

Von Lilly von Consbruch