Donnerstag , 29. Oktober 2020
Sie wollen helfen in der Corona-Krise (v.l.): Dr. Ahmed Abdelgouad, Waled Alazooalabed, Ramadan Airout, Abdul Rahman Rashak und Muhammad Ammar Alsaadi. (Foto: t&w)

Zusammenhalten in der Krise

Lüneburg. Die Welle der Hilfsbereitschaft in Zeiten von Corona läuft an. „Leiste deinen Teil!“ — unter diesem Motto hat sich eine Gruppe von Schülern und Studenten zusammengeschlossen, um berufstätige Eltern bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Mehr als 20 Helfer im Alter von 14 bis 23 Jahren haben sich bis jetzt bereit erklärt, ihre Hilfe ehrenamtlich anzubieten. Ziel ist, dass ein Schüler oder auch ein Student sich um eine Familie kümmert, entsprechend ein Kind oder Geschwisterkinder betreut. „Gruppenbetreuungen soll es nicht geben“, sagt Jona Hoek. Die 15-jährige Schülerin der Wilhelm-Raabe-Schule koordiniert das Projekt federführend. Kontakt: leistedeinenteil@gmail.com.

Weitere Unterstützungsangebote von Institutionen und Einzelpersonen:

  • Die St. Laurentius Kirchengemeinde Gellersen initiiert ebenfalls einen Hilfsdienst. Kontakt: info@kirche-kirchgellersen.de .
  • Die Kirchengemeinde Bardowick organisiert ebenfalls Hilfe, Ehrenamtliche übernehmen Einkäufe, holen Medikamente oder Rezepte, organisieren auch kurzfristig eine Kinderbetreuung. Kontakt: (0176) 42754278 oder unter bormann.s@freenet.de.
  • Eine Alltagshilfe organisiert auch die Nachbarschaftshilfe am Bockelsberg. Kontakt: www.kreuzkirche-lueneburg.de
  • Eine Intiative der Kirchengemeinde Kirchgellersen koordiniert für die Orte Kirchgellersen, Westergellersen, Südergellersen, Heiligenthal und Dachtmissen Botengänge und Alltagsunterstützung. Kontakt: kirche-kirchgellersen.wir-e.de
  • Johanna Christlieb: „Ich könnte einkaufen gehen, Müll wegbringen oder Briefe einwerfen.“ Kontakt: Johanna.s.christlieb@gmail.com
  • Alexandra Schwabenland (18): „Ob Hilfe bei Einkäufen, beim Gassigehen oder Babysitten – ich nehme gerne alles an.“ Kontakt: Alexandraschwabenland@gmail.com sowie unter (0162) 8819461.
  • Florian Martin: „Ich möchte meine Hilfe in Adendorf anbieten beim Versorgen von Tieren, Gassigehen oder für kleinere Einkäufe oder sonstige Dinge anbieten, bin aber nur via Fahrrad mobil.“ Kontakt: florianmartinlgg@gmail.com oder (04131) 2238858.
  • Olga Eichwald: „Ich kann gerne im Raum Rettmer, Häcklingen, Oedeme und Bockelsberg Einkäufe oder Besorgungen für Ältere erledigen oder mit Haustieren Gassigehen. Ich würde mich im Notfall auch für Kinderbetreuung anbieten. Kontakt: uk041157@student.uni-Kassel.de
    Andrea Piehl-Soetebeer: „Ich könnte an zwei Nachmittagen in Bleckede und dem Umkreis von 7 Kilometern für ältere oder kranke Menschen einkaufen.“
  • Mitglieder des Hohnstorfer Elbestammtisches von 2012 wollen aufgrund von verzögerten und nicht planbaren Anlieferungen von Edeka-Waren und der bereits überlasteten Helfer im Supermarkt auf Abruf Regale im Edeka-Einkaufsmarkt von Egbert Lange zu füllen helfen.
  • Jesco von Neuhoff hat bei Facebook die Gruppe „Jung hilft Alt in und um Lüneburg und dem Erdkreis“ eingerichtet. Auch dort werden Unterstützungsangebote gebündelt.

Wollen Sie auch Hilfe anbieten? Schicken Sie eine E-Mail an koordinatoren@landeszeitung.de

Von Alexander Hempelmann

„Jetzt helfen wir den Deutschen“

Syrische Flüchtlinge bieten Lüneburgern Hilfe in der Corona-Krise an

Lüneburg. Hilfsbereitschaft ist keine Glaubensfrage. In manchen Kulturen aber Tradition. Etwa in Syrien, der Heimat von Ramadan Airout, aus der er 2015 fliehen musste, um dem Krieg zu entkommen. „Für uns ist es das Normalste der Welt, dass die Jüngeren den Älteren helfen. Also beschlossen wir, unsere Hilfe in der Virus-Krise anzubieten.“ „Wir“ – das sind fünf aus Syrien geflüchtete Männer und ein Ägypter, die sich zusammen mit mehreren Frauen zu einer Gruppe zusammengeschlossen haben. Sie nennt sich „Muslim Scout NRW“, wird aber auch „Youth Scouts NRW“ genannt.

„Eigentlich wollen wir deutschen und arabischen Kindern die Natur näherbringen und ihr Verständnis für ihre Verpflichtungen gegenüber sich selbst und der Gesellschaft wecken“, erzählt Airout. Das verhindert derzeit das Coronavirus. „Im Internet sahen wir, dass manche Älteren jetzt große Mühe haben, selbstständig ihren Alltag zu bewältigen. Sie brauchen Hilfe beim Einkaufen, Müll rausbringen oder anderen Sachen. Da haben wir uns gesagt: Die Deutschen haben uns geholfen, indem sie uns aufgenommen haben. Jetzt helfen wir ihnen.“

Senioren, die in Lüneburg Hilfe brauchen, weil sie die Coronakrise in ihrer Wohnung festhält, können einen von den sechs Pfadfindern anrufen: Abdul Rahman Rashak (Schulassistent); Waled Alazooalabed (angehender Pfleger); Dr. Ahmed Abdelgouad (Kulturmittler); Ramadan Airout (Schulbegleiter); Muhammad Ammar Alsaadi (Mechatroniker); Mohamed Alkhatib ( Bauingenieur-Student). Kontaktdaten der Männer finden Sie in der Mittwochsausgabe der Landeszeitung!

Von Joachim Zießler

  • Das Bürgertelefon zum Corona-Virus ist unter der (04131) 26-1000 zu erreichen.
  • Über den aktuellen Stand zum Coronavirus in Lüneburg und Umgebung informieren wir Sie hier.
  • Eine Übersicht über alle Veranstaltungen, die in Lüneburg und Umgebung ausfallen, finden Sie hier.