Freitag , 18. September 2020
Bei Zahlungsschwierigkeiten gilt es, den Vermieter zu kontaktieren. Foto: A/t&w

Mietzahlung in Zeiten der Corona-Krise

Lüneburg/Hamburg. Die Corona-Krise hat zu starken Einschränkungen des öffentlichen Lebens geführt. Die Politik erwägt bereits weitere Schritte. Davon könnten auch in Lüneburg Geschäfte und Gastronomie betroffen sein. Bei Privatpersonen und Gewerbetreibenden könnte es zu finanziellen Engpässen kommen. Der Verband Haus & Grund rät daher allen Mietern, sich in einem solchen Fall mit dem Vermieter in Verbindung zu setzen, um eine individuelle Lösung zu finden. Auf keinen Fall sollten Mieter die Mietzahlungen unkommentiert aussetzen.

Dieses Vorgehen sei besonders Mietern von Gewerbeeinheiten zu empfehlen. Denn für diese gelte grundsätzlich nichts anderes, selbst wenn der Betrieb des Gewerbes durch die behördliche Maßnahme eingeschränkt werde. Grundsätzlich sei die Immobilie mangelfrei, sodass eine Mietminderung oder ein Aussetzen der Miete nicht in Betracht komme. Der Verband weist darauf hin, dass die aktuelle Situation für alle Beteiligten neu sei. Man könne noch nicht absehen, welche rechtlichen Konsequenzen diese haben werde. Vermieter und Mieter müssten in diesen Zeiten zusammenstehen und kooperieren.

Mietzahlungen besser nicht ohne Ankündigung aussetzen

Genau das betont auch Reinold von Thadden. Allerdings rät der Justiziar des Landesverbandes Niedersachsen und Bremen des Deutschen Mieterbundes davon ab, sofort mit dem Vermieter Kontakt aufzunehmen. Die Miete sei für viele Verbraucher ein Hauptposten. Jeder Mieter, der durch die Corona-Einschränkungen in finanzielle Schieflage gerät, sollte zunächst alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Geld für die Miete zusammenzubekommen. Gastronomen könnten sich zum Beispiel beim Dehoga-Verband um Hilfen bemühen. Gelingt all das nicht, sei eine Kontaktaufnahmen zum Vermieter geboten. Mieterbund beziehungsweise Mietervereine könnten dann bei den Formulierungen für ein Schreiben an den Vermieter helfen. Der Justiziar rät aber auch dringend davon ab, Mietzahlungen ohne Ankündigung auszusetzen. Bleibt mehr als eine Miete unbezahlt, könnte es bereits eine Kündigung nach sich ziehen. Wichtig sei, dass man fair miteinander umgeht und konstruktive Lösungen sucht. Schließlich ist ein vertrauensvolles Verhältnis auch im Interesse des Vermieters.

Haus & Grund rät Mietern, die im Zuge der Corona-Krise mit Zahlungsschwierigkeiten rechnen, frühzeitig mögliche Wohngeldansprüche zu prüfen. Gleiches gelte für selbstnutzende Eigentümer, die beispielsweise Kredite bedienen müssen oder sonstige immobilienbezogene Aufwendungen haben. Hier helfe der Staat mit dem Lastenzuschuss. Der Verband forderte die Bundesregierung auf, im Bundeshaushalt ausreichend Mittel bereitzustellen und für entsprechende Reserven zu sorgen. lz/wko

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