Mittwoch , 30. September 2020
Noch läuft bei den hiesigen Rettungsdiensten alles wie gewohnt.

Helfer bereiten sich auf den Notfall vor

Lüneburg. Das Coronavirus stellt auch Polizei, Feuerwehren und Hilfsdienste vor Herausforderungen. Alle lokalen Organisationen betonen auf Nachfrage: „Wir sind einsatzbereit.“ Doch absehbar ist für die Helfer auch, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eigene Notfallpläne aktivieren müssen, auch Einschränkungen sind zu befürchten. Die Helfer haben ihre Übungs- und Trainingseinheiten abgesagt – alle mit derselben Begründung: Kontakt minimieren und so eine Virus-Übertragung möglichst vermeiden.

Polizei

Pressesprecher Kai Richter sagt: „Wir verkleinern Besprechungsrunden, setzen auf Videokonferenzen, wenn es geht. Zudem haben wir Veranstaltungen abgesagt.“ Generell sollten Beamte Distanz halten, das geht natürlich nicht, wenn sie beispielsweise zu einer Schlägerei gerufen werden. Die Kollegen sollten sich so gut wie möglich schützen. In der Inspektion mit ihren Kreisen Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg sind rund 600 Mitarbeiter beschäftigt.

Um vorbereitet zu sein, wenn Kollegen unter Quarantäne gestellt würden, seien Abläufe verändert worden: „Wir sind auch künftig in der Stadt und in der Fläche da.“ Noch sei es nicht notwendig, aber Unterstützung sei durch die Bereitschaftspolizei denkbar. Die hat mehr Kapazitäten, beispielsweise weil Fußballspiele abgesagt wurden.

Bei der Anzeigenaufnahme bittet die Polizei gerade bei den Landstationen um einen vorherigen Anruf. Richter verweist auch aufs Internetangebot unter www.onlinewache.polizei.niedersachsen.de. Sein Appell: Die Notrufleitungen 110 und 112 nicht blockieren!

Feuerwehr

Kreisbrandmeister Torsten Hensel sieht „aktuell keine Einschränkung unserer Schlagkraft“. So hätten seine Kameraden in Bleckede am Montagmorgen einen Brand in einem leerstehenden Haus gelöscht. Sollte es Erkrankungen in den eigenen Reihen geben, werde die Feuerwehr aus den Nachbarorten zur Hilfe gerufen. Entsprechende Konzeptionen und Alarmierungen laufen über die Leitstelle in Lüneburg.

  • Das Bürgertelefon zum Corona-Virus ist unter der (04131) 26-1000 zu erreichen.
  • Über den aktuellen Stand zum Coronavirus in Lüneburg und Umgebung informieren wir Sie hier.
  • Eine Übersicht über alle Veranstaltungen, die in Lüneburg und Umgebung ausfallen, finden Sie hier.

Rettungsdienst

ASB-Geschäftsführer Harald Kreft sagt, der Rettungsdienst laufe wie gewohnt. Sollte es zu Ausfällen kommen, könne die Organisation auf den Pool der rund 100 Ehrenamtlichen zurückgreifen: „Die sind informiert.“ Werde der Katastrophenfall ausgerufen, würden die Helfer durch behördliche Anordnung bei ihren Arbeitgebern freigestellt.

Der Pflegedienst des ASB funktioniere, die 35 Beschäftigten, einige davon in Teilzeit, könnten die rund 150 Kunden versorgen. Kreft schließt Einschränkungen für die Zukunft nicht aus, aber eine lebenswichtige Versorgung werde gewährleistet. Viele Angehörige zeigten Verständnis, manche hätten angeboten, selbst einzuspringen, sodass die Kräfte zum Beispiel nicht mehr zwei-, sondern nur noch einmal am Tag kommen müssten.

Beim Deutschen Roten Kreuz sieht es der Leiter des Rettungsdienstes, Christian Köller, ähnlich: „Auch wir müssten im Zweifel auf Ehrenamtliche zurückgreifen und Kollegen aus ihrer Freizeit holen.“ Er ist beruhigt, dass Schutzkleidung und Desinfektionsmittel ausreichend vorhanden sind.

Technisches Hilfswerk

Ortsgruppen-Chef Ingo Perkun und seine Leute rücken auf Anforderung aus. „Noch liegt aber keine vor und es zeichnet sich nichts ab“, sagt Perkun. Andere Ortsverbände wie in Thüringen sei gerufen worden, um unter anderem eine Registrierungsstelle einzurichten.

Von Carlo Eggeling