Samstag , 26. September 2020
Wer sich in Quarantäne befindet, darf natürlich trotzdem noch in den eigenen Garten oder, wie auf diesem gestellten Bild zu sehen, auf den Balkon und Vitamin D tanken. Foto: t&w

Was genau ist eigentlich eine häusliche Quarantäne?

Lüneburg. Eine ganze Schule wurde unter Quarantäne gestellt. Der Begriff dürfte wohl das Wort sein, das im Zusammenhang mit dem Coronavirus derzeit am häufigsten genannt wird. Doch was heißt das eigentlich ganz genau? Der Landkreis hat ein Dokument verfasst, das die Verhaltensregeln in der Quarantäne auflistet.

 

Wann und warum ordnet das Gesundheitsamt Quarantäne an?

  • Die Quarantäne dient dem eigenen Schutz und dem Schutz anderer Personen. Sie ist also eine reine Vorsichtsmaßnahme.
  • Eine Quarantäne wird bereits angeordnet, bevor eine Infektion durch das Coronavirus festgestellt wird, wenn ein Mensch Erkältungssymptome zeigt und aus einem Risikogebiet kommt oder Kontakt zu einem Erkrankten hatte.
  • Die Quarantäneanordnung bleibt bestehen, wenn der Abstrich die Infektion bestätigt.
  • Das Gesundheitsamt legt fest, wer in Quarantäne kommt.

 

Was bedeutet Quarantäne grundsätzlich?

  • Diejenigen, die unter Quarantäne stehen, müssen zwei Wochen zu Hause bleiben.
  • Auf Besuch von Personen, die nicht mit den Betroffenen zusammen wohnen, muss verzichtet werden.
  • Für die Zeit der Quarantäne steht das Gesundheitsamt in Kontakt mit den betroffenen Personen.
  • Bis die Quarantäne aufgehoben ist, misst die Person zweimal täglich die eigene Körpertemperatur und führt ein Tagebuch, in dem gegebenenfalls auch Symptome beschrieben werden.
  • Angehörige eines Haushalts sollten auch untereinander auf Abstand achten.

 

In einem weiteren Frage-Antwort-Stück hat der Landkreis einmal das zusammengetragen, was im Zusammenhang mit dem bestätigten Fall an Johanneum am häufigsten in der Verwaltung aufläuft. Um die völlig neue Situation einordnen zu können, bietet der Landkreis auf seiner Internetseite umfassende Informationen zum Thema Quarantäne an. Dort finden Interessierte auch weitere Orientierungshilfen wie die aktuellen Risikogebiete, Allgemeinverfügungen und einen regelmäßig aktualisierten Fragenkatalog zum Coronavirus.

 

Was genau besagt eine angeordnete Quarantäne? Darf ich 24 Stunden am Tag meine Wohnung oder mein Haus nicht verlassen?

  • Eine angeordnete Quarantäne bedeutet: Die betroffene Person darf das Haus oder die Wohnung für den angegebenen Zeitraum nicht ohne Rücksprache und Zustimmung des Gesundheitsamtes verlassen. Garten, eigenes Grundstück oder Balkon dürfen weiterhin genutzt werden.
  • Es gibt allerdings Ausnahmen: Wer zum Arzt muss, kann nach vorheriger Absprache mit der Praxis im eigenen Auto oder – falls es der Gesundheitszustand erlaubt – mit dem Fahrrad dorthin fahren. Wer seinen Hund ausführen muss, sollte diese Aufgabe an Bekannte übertragen. Wichtig: Die Helfer dürfen nicht die Wohnung betreten und müssen streng auf Hygiene achten. Denn bei Hunden kann es eine mögliche Übertragung der Viren über die Hundeleine und die feuchte Nase/den Speichel des Haustieres geben. Besteht diese Möglichkeit der
    Unterstützung von außen nicht, dürfen die Betroffenen das Tier mit dem Auto beispielsweise zum Wald oder in stadtferne Gebiete fahren. Für die Spazierrunden müssen Zeiten gewählt
    werden, an denen weniger Menschen unterwegs sind (früh morgens oder abends). Bei Begegnung mit anderen Spaziergängern muss ein Abstand von mindestens zwei Metern eingehalten werden. Diese Maßnahmen außerhalb geschlossener Räume sind ausreichend, da das Virus durch Tröpfchen und nicht durch die Luft allein übertragen wird.

 

Wer überwacht die angeordnete Quarantäne? Drohen Strafen, wenn die Quarantäne nicht eingehalten wird?

  • Die Quarantäne-Anordnung ist bindend. Ein Verstoß gegen die Anordnung stellt nach § 75 des Infektionsschutzgesetzes eine Straftat dar, die mit einer Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe
    geahndet werden kann.
  • Das Gesundheitsamt steht im Kontakt mit den betroffenen Personen, um sich über die häusliche Quarantäne und den Gesundheitszustand zu informieren und diese zu kontrollieren.

 

Wie versorge ich mich mit Lebensmitteln und sonstigen Dingen des täglichen Bedarfs, wenn ich unter Quarantäne stehe?

  • Angehörige, Freunde und Nachbarn können unterstützen, sollen aber grundsätzlich nicht die Wohnung der betroffenen Person betreten. Deshalb: am besten Einkäufe vor die Tür legen und
    nicht persönlich übergeben. Über telefonischen Kontakt oder über Chat-Dienste können Absprachen getroffen werden, so dass es keine Übertragungsgefahr gibt.
  • Viele Supermärkte bieten Lieferdienste an. Nicht selbst einkaufen gehen, auch keine Medikamente aus der Apotheke besorgen.

 

Wie erledige ich die Müllentsorgung? Darf anfallender Müll in den normalen Tonne entsorgt werden?

  •  Müll kann wie gewohnt in der Tonne entleert werden. Wer dazu seine Wohnung verlassen muss, sollte das am Abend erledigen, wenn weniger Menschen unterwegs sind. Bei Begegnung mit anderen Personen muss ein Abstand von mindestens zwei Metern eingehalten werden.

 

Sind Abwasser und Fäkalien mögliche Übertragungswege?

  •  Nein, davon geht keine Gefahr aus.

 

Dürfen Haustiere wie Hunde und Katzen nach draußen?

  • Ja. Zum Thema Hundespaziergänge: siehe Frage 3.

 

In welcher Form müssen Arbeitgeber oder Schüler über die Quarantäne informiert werden?

  • Die Anordnung einer Quarantäne ist rechtlich im Infektionsschutzgesetz geregelt. Erwerbstätige eine Krankheitssymptome, die wegen einer angeordneten Quarantäne einen Verdienstausfall
    erleiden, haben Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Fragen hierzu beantwortet Ihnen das Gesundheitsamt (gesundheitsamt@landkreis-lueneburg.de).
  • Bei Ausbruch der Krankheit besteht das Recht auf Krankschreibung. Damit haben die Betroffenen gegenüber ihrem Arbeitgeber den gewohnten Anspruch auf Lohnfortzahlung.
  • In einigen Berufen kann auch Home-Office beantragt werden.
  • Schulen werden vom Gesundheitsamt informiert, falls ein bestätigter Fall bei Schülerinnen und Schülern, Lehr- oder Fachpersonal auftreten sollte.
  • Ob der Arbeitgeber informiert wird, hängt davon ab, ob der Erkrankte noch nach Auftreten der Symptome an seinem Arbeitsplatz war.

 

  • Das Bürgertelefon zum Corona-Virus ist unter der (04131) 26-1000 zu erreichen.
  • Über den aktuellen Stand zum Coronavirus in Lüneburg und Umgebung informieren wir Sie hier.
  • Eine Übersicht über alle Veranstaltungen, die in Lüneburg und Umgebung ausfallen, finden Sie hier.