Samstag , 24. Oktober 2020
Dieses Archivbild zeigt das rege Treiben in der Bäckerstraße. Foto: A/t&w

Bund und Länder schließen Geschäfte

Lüneburg/Hannover. Lüneburger müssen ab Dienstagmorgen weitere Einschränkungen in Kauf nehmen: Bund und Länder wollen die Ausbreitung des Coronavirus mit drastischen Mitteln bremsen. So hat die niedersächsische Landesregierung etwa die Schließung eines Großteils der Geschäfte angeordnet.

Der Erlass tritt am Dienstag um 6 Uhr in Kraft und soll bis zum 18. April gelten. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs, also Lebensmittelmärkte, Wochenmärkte oder Apotheken. Diese sollen nach Angaben von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auch sonntags öffnen dürfen. Restaurants können zwischen 6 und 18 Uhr öffnen, allerdings unter Auflagen – so muss zum Beispiel ein Abstand zwischen den Tischen gesichert sein.

391 Infizierte in Niedersachsen

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) gilt für Krankenhäuser und Altenheime ab Dienstagfrüh ein Besuchsverbot. Frischgewordene Väter, Angehörige auf Palliativstationen sowie Eltern von kleinen Patienten sind von dem Verbot ausgenommen.

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus kletterte am Montag in Niedersachsen auf 391, das sind 104 mehr als ein Tag zuvor. Schulen und Kitas sind bereits seit Montag landesweit geschlossen. In Niedersachsen soll die Schließung zunächst fünf Wochen dauern, der Zeitraum umfasst die Osterferien.

Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen sollen geschlossen werden. Davon betroffen seien unter anderem Diskotheken, Kinos, Clubs, Fitnessstudios, Saunen und Schwimmbäder, so die Ministerin. Auch Spielplätze seien betroffen: „Wir setzen das gesellschaftliche Leben jetzt für einige Wochen weitgehend aus, um die Infektionsketten und die Dynamik des Geschehens zu brechen. Die Entwicklung der Fallzahlen in Niedersachsen ist nicht so drastisch wie anderswo, aber weiterhin ausgesprochen dynamisch. Wir handeln konsequent, um die weitere Ausbreitung des Virus entscheidend zu verlangsamen.“

„Die Entwicklung der Fallzahlen in Niedersachsen ist nicht so drastisch wie anderswo, aber weiterhin ausgesprochen dynamisch.“ – Gesundheitsministerin Carola Reimann

Der entsprechende Erlass des Gesundheitsministeriums beinhaltet darüber hinaus ein Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischen Einrichtungen. „Alle privaten Besuche von Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen sowie von Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern werden untersagt. Wir müssen insbesondere die besonders gefährdeten Gruppen vor einer Ansteckung schützen.“

Das Verbot wird ebenfalls für Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen gelten, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt – also beispielsweise für Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken sowie stationäre Betreuungseinrichtungen. Ausnahmen vom Besuchsverbot gelten lediglich für die Besuche von Eltern auf Kinderstationen, von Vätern auf Entbindungsstationen und für die Besuche von Angehörigen auf Palliativstationen.

Die niedersächsische Landesregierung will am Dienstag angesichts der Corona-Epidemie zur Krisenvorsorge und zum Gesundheitsschutz einen Nachtragshaushalt in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags beschließen. Die öffentlichen Verkehrsbetriebe werden Fahrpläne der Krisensituation und dem geringeren Verkehrsaufkommen anpassen, dies wird auch Lüneburger Pendler betreffen. dpa/ls

In der „Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Bundesländer angesichts der Corona-Epidemie in Deutschland“ heißt es unter anderem: 

„Ausdrücklich NICHT geschlossen wird der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Vielmehr sollten für diese Bereiche die Sonntagsverkaufsverbote bis auf weiteres grundsätzlich ausgesetzt werden. Eine Öffnung dieser genannten Einrichtungen erfolgt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen. Alle Einrichtungen des Gesundheitswesen bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet.“

 

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