Samstag , 24. Oktober 2020
Die Bahn rechnet damit, dass viele Mitarbeiter nicht mehr zur Arbeit kommen können, weil sie wegen der Schul- und Kitaschließung ihre Kinder betreuen müssen. Foto: t&w

Bahn schränkt Regionalverkehr ein

+++ Update, 16. März, 9.30 Uhr

Neue Informationen von der LNVG zum Regionalverkehr: „Das ist der aktuelle Stand: Im Laufe der Woche wird sich entscheiden, wann und wo Verbindungen reduziert werden. Die Umstellung des Fahrplans braucht etwas Vorlauf. Wir stehen dazu im Austausch mit den Bahnunternehmen. Es wird besonders darauf geachtet werden, dass Anschlüsse sichergestellt bleiben und zu den Hauptverkehrszeiten weiter genügend Plätze vorhanden sind. Wir gehen davon aus, dass sich der Berufsverkehr weiter verringern wird, wie bereits durch die geschlossenen Schulen weniger Menschen unterwegs sind“, sagt Pressesprecher Dirk Altwig.

+++ Update, 15. März, 20.40 Uhr

„Wir werden am Montag oder Anfang der Woche absehen können, was für Fahrplanänderungen es geben wird“, sagt Dirk Altwig, Pressesprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, kurz LNVG. Das Unternehmen ist für den kompletten Personennahverkehr des Landes zuständig, für die Verkehrsplanung und die Konzipierung der Fahrpläne. Die LNVG entscheidet also darüber, wie die Züge von der DB, dem Metronom und erixx künftig fahren.

Die Änderungen seien primär von zwei Dingen abhängig: der Zahl der Mitarbeiter, die nicht Kinder hüten muss oder krank wird, und der Nachfrage. „Die Schulen sind zu und viele Menschen können zu Hause bleiben, zum Glück. Das wird Einfluss auf den Lüneburger Raum haben. Es wird landesweit, ja sogar bundesweit zu Fahrplanänderungen kommen.“ Gefragt danach, wie sich das Unternehmen einen Überblick über Mitarbeiterzahlen und Nachfrage verschaffen will, sagt er: „Wir haben Erfahrungswerte darüber, wann zum Beispiel viel Schülerverkehr ist.“ Im niedersächsischen Raum sei bislang noch nichts darüber bekannt, dass sich Bahnpersonal mit dem Coronavirus infiziert haben könnte, ergänzt Altwig. „Aber da müssen wir sicher morgen (Montag) oder übermorgen (Dienstag) nochmal gucken.“

 

Lüneburg. Lüneburger Berufspendler müssen ab kommender Woche voraussichtlich mit Einschränkungen im Bahnverkehr rechnen: Wie zahlreiche Medien berichten, wird die Deutsche Bahn ihren Regionalverkehr ab Dienstag oder Mittwoch deutlich einschränken. Sie reagiert damit auf die geringe Zahl an Fahrgästen als Folge der Corona-Krise, die DB erwartet außerdem, dass viele Bahnmitarbeiter aufgrund der Schul- und Kitaschließungen in zahlreichen Bundesländern ihre Kinder betreuen müssen und ihre Arbeit deshalb nicht antreten können. Auch wird es in der nächsten Zeit keine Fahrscheinkontrollen mehr geben. Der Fernverkehr soll von den Fahrplankürzungen nicht betroffen sein.

Die LZ hat eine Anfrage bei der Deutschen Bahn gestellt, um zu erfahren, wie sich die Einschränkungen auf den Landkreis Lüneburg auswirken werden. Ein Sprecher teilte daraufhin mit, dass die Aufgabenträger der Länder über mögliche Fahrplananpassungen entscheiden würden. Für den Schnienenpersonennahverkehr im Lüneburger Raum ist die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen zuständig. Eine Anfrage bei dem Unternehmen wurde bislang nicht beantwortet.

Vorbereitet auf den Ernstfall 

Wie die Bahn mitteilte, wird bei einem von Behörden festgestellten Corona-Verdacht der betroffene Bereich im Zug gesperrt und nach der Fahrt professionell gereinigt und desinfiziert. Die Fahrgäste werden durch das Zugpersonal gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen, um von den Behörden im Bedarfsfall kontaktiert werden zu können. Die Züge der DB wurden dafür mit Aussteigekarten in Papierform ausgestattet, die bei Bedarf ausgeteilt werden.

In den kommenden Wochen gelten außerdem umfangreiche Kulanzregeln: So können zum Beispiel alle Kunden, die aufgrund des Coronavirus ihre Reise innerhalb Deutschlands verschieben möchten, ihre bis zum 13. März erworbenen Tickets noch bis zum 30. Juni für die gebuchte Strecke nutzen. Bei den rabattierten Sparpreisen und Supersparpreisen ist die Zugbindung aufgehoben. Möglich ist nach Angaben der Bahn auch eine Umwandlung in Reisegutscheine: Bis zum 13. März erworbene Tickets für Reisen bis 30. April können demnach kostenfrei in einen Reisegutschein umgewandelt werden. ls/ap

 

Mehr zum Thema Coronavirus lesen Sie hier