Dienstag , 22. September 2020
Die Kirchengemeinde St. Johannis hat alle Gottesdienste und Veranstaltungen bis zum 19. April abgesagt - und sich damit den Empfehlungen des Kirchenkreises angeschlossen. Foto: be

Gottesdienste fallen aus

Lüneburg. Im Ev.-lutherischen Kirchenkreis Lüneburg gibt es in den kommenden Wochen sonntags vielerorts keine Gottesdienste. Wie Superintendentin Christine Schmid mitteilt, sollen bis zum 19. April auch keine Andachten und Konzerte stattfinden. Auch Konfirmationen sollen nicht wie geplant gefeiert werden.

„Das ist eine unvorstellbare Situation – Ostern ohne Gottesdienst“, sagt Schmid. Die Entscheidung darüber sei allen „sehr schwer gefallen“, Vorrang habe aber der Schutz der Menschen. Deshalb habe der Kirchenkreis diesen Schritt auch den einzelnen Gemeinden empfohlen, die darüber aber in eigener Entscheidung befinden. Die Kirchen sollen aber weiterhin für Gebet und Meditation geöffnet bleiben, die Glocken weiter zu den Gottesdienstzeiten läuten.

Gottesdienst-Streaming als Alternative?

Schmid kündigt aber an, die Verbindung zu den Kirchenmitgliedern „mit anderen Formen“ aufrecht zu halten. Denkbar seien ein „Gottesdienst-Streaming“, also die Übertragung per Internet, oder Briefe an die Gemeindemitglieder. Für die Seelsorge werden die Pastoren weiterhin ansprechbar bleiben, ebenso die Krankenhaus-Seelsorge. Als Ergänzung dazu sei aber auch eine „Seelsorge-Hotline“ vorstellbar. Ruhen sollen aber auch Gemeindeessen, Seniorenmittage, Seniorengeburtstag und Gottesdienste in den Altenheimen.

Eine weitere einschneidende Maßnahme sei die Verschiebung der bis in den Mai hinein geplanten Konfirmationen. Diese sollen nach derzeitigen Überlegungen im Herbst stattfinden oder alternativ in anderer Form, etwa als Open-Air-Veranstaltung oder in kleiner Gruppe. Auch hier aber liege die Entscheidung bei den Kirchengemeinden.

Katholische Kirche ergreift auch Maßnahmen

Trauungen und Taufen sollen wie gehabt fortgeführt werden, allerdings begrenzt auf einen kleineren Teilnehmerkreis. Als eine der ersten Gemeinden hatte gestern die Gemeinde St. Johannis in Lüneburg reagiert und sich den Empfehlungen des Kirchenkreises angeschlossen.

Auch die katholische Kirche hat Maßnahmen zum Schutz vor Corona ergriffen. Seitens des Bistums Hildesheim seien Handlungsempfehlungen an Pfarrgemeinden und weitere kirchliche Einrichtungen ausgesprochen worden, sagt Dechant Carsten Menges von St. Marien in Lüneburg. „Welche Gottesdienste bei uns betroffen sein werden, müssen wir noch klären.“

Auch über die empfohlene Verschiebung der Erstkommunionfeiern und der Firmung müsse noch beraten werden. Für seine Pfarrgemeinde bedeute dies, dass nicht pauschal alle Gottesdienste abgesagt werden, „aber wir prüfen, welche größeren Feiern abgesagt werden müssen“, erklärt Menges.

Von Ulf Stüwe

 

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