Samstag , 19. September 2020
Gähnende Leere, wo sonst gegessen wird: Der Stadtrat hat sich jetzt für ein Förderprogramm für die lokale Wirtschaft ausgesprochen. Foto: A/Adobe Stock

In der Gastronomie herrscht Panik

Lüneburg. „Eine einzige Katastrophe, mehr kann man dazu nicht sagen.“ Mit diesen Worten kommentiert Martin Zackariat, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands in Lüneburg, die derzeitige Situation in der Gastronomie. Die vor wenigen Tagen eingesetzte Stornierungswelle bei Übernachtungen und Veranstaltungen habe nun auch Lüneburg erreicht und führe bei den Betrieben zu „Angst und Panik“.

Ob Tagungshotels, Veranstaltungen oder auch Familienfeiern rund um Ostern, überall hagele es Absagen. „Die Menschen sind wegen des Virus verunsichert“, sagt Zackariat. Dafür habe man zwar Verständnis, für viele Betriebe könne das aber das wirtschaftliche Aus bedeuten, da viele ohnehin schon mit knappem Finanzpolster auskommen müssten.

„Mühe geben allein reicht nicht“

Der Verband fordert daher von der Politik klare und umgehende Beschlüsse, „Mühe geben allein reicht nicht“, sagt Zackariat mit Blick auf die noch anhaltenden Diskussionen zu möglichen Hilfspaketen. Hierzu zählt er Regelungen zum Kurzarbeitergeld, Überbrückungskredite und die Übernahme von Personalkosten. Auch die schon seit längerem geforderte Absenkung der Mehrwertsteuer auf Speisen von 19 auf 7 Prozent sei überfällig.

Wie lange Hotels und Gaststätten die Durststrecke überstehen werden, sei unklar, „das ist von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich“. Zwar sei man wegen des relativ milden Wetters halbwegs gut durch den Winter gekommen, der „Speck vom Winterfell“ sei bei den meisten aber schon aufgebraucht. „Jetzt fängt es an, richtig Geld zu kosten.“

Dass nun auch Ostern als wichtiger Saisonstart wegbreche, sei ein „harter Schlag“, von dem sich viele nicht erholen werden. Für Zackariat steht fest: „Diese Situation wird nicht jeder Betrieb überstehen.“

Von Ulf Stüwe

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