Donnerstag , 22. Oktober 2020
Vorne einsteigen ist künftig nicht mehr: Um ihre Busfahrer zu schützen, hat die KVG erste Maßnahmen ergriffen. Foto: A/t&w

Nur noch hinten in den Bus einsteigen

Lüneburg. Zum Schutz ihrer Busfahrer vor einer Corona-Infektion und zur Aufrechterhaltung des Busbetriebs in Stadt und Kreis hat die KVG erste Maßnahmen ergriffen. Von Sonnabend, 14. März, an dürfen Fahrgäste nur noch hinten in die Busse einsteigen. „Wir wollen damit den direkten Kontakt unserer Fahrer zu den Fahrgästen verhindern“, begründet KVG-Betriebsleiter Werner Bobleter die Maßnahme.

Bis auf Weiteres bleiben dazu die vorderen Türen der Fahrzeuge geschlossen, ein Hinweisschild weist darauf hin, dass nur noch hinten eingestiegen werden darf. Im Inneren der Busse ist zudem der Bereich hinter dem Fahrer einschließlich der ersten Sitzreihe abgesperrt. Die Busfahrer selbst erhalten Desinfektionstücher, um damit bei Schichtwechsel Viren auf dem Lenkrad zu beseitigen. Von einem Mundschutz der Fahrer werde derzeit aber noch abgesehen, erklärte Bobleter.

„Die Gesundheit unserer Kollegen steht an erster Stelle.“ – Werner Bobleter, KVG-Betriebsleiter

Durch die Maßnahme wird das Kaufen eines Fahrscheins vorerst nicht möglich sein, ebenso die Sichtkontrolle der Monatskarten. Bobleter appelliert deshalb an die „Ehrlichkeit der Fahrgäste“, Fahrscheine an den Fahrscheinautomaten zu kaufen, „jedenfalls dort, wo es sie gibt“. Dass dies möglicherweise dennoch nicht von jedem befolgt wird, nehme man in Kauf, „denn die Gesundheit unserer Kollegen steht an erster Stelle“. Diese sorgten zudem dafür, dass der Busbetrieb auch in Viruszeiten aufrechterhalten bleibt.

240 Fahrer sind bei der KVG beschäftigt. Zwar gebe es derzeit auch krankheitsbedingte Ausfälle, „die haben aber nichts mit dem Virus zu tun und bewegen sich im üblichen Rahmen“, erklärt Bobleter.

HVV schließt ebenfalls die erste Bustür 

Auch bei den Bussen der HVV bleibt ab heute die erste Bustür geschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, werde der Ticketverkauf über die Fahrer bis auf Weiteres ausgesetzt. Fahrgäste werden gebeten, ihre Tickets vor Antritt der Fahrt an einem der mehr als 700 Fahrkartenautomaten sowie über die HVV-App oder den HVV-Onlineshop zu kaufen. Als weitere Schutzmaßnahme sollen in U- und S-Bahnen sowie Bussen die Türen an jeder Haltestelle automatisch geöffnet werden, soweit dies technisch möglich sei.

Wie der Landkreis mitteilte, wird der reguläre Busfahrplan trotz der jetzt geschlossenen Schulen aufrechterhalten. Erst mit Beginn der Osterferien am 30. März werden die Busse gemäß Ferienfahrplan eingesetzt.

Von Ulf Stüwe

 

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