Donnerstag , 29. Oktober 2020
Im Klinikum können Corona-Infizierte behandelt werden. Auch das Diagnosezentrum wurde dort eingerichtet. Foto: t&w

Der Plan für den Ernstfall

Lüneburg. Im Landkreis Lüneburg nehmen die Zahlen der Corona-Verdachtsfälle weiter zu, bestätigte Fälle gibt es inzwischen mehrere. Das neu eingerichtete Diagnosezentrum am Lüneburger Klinikum aber ist nur für die Tests zuständig, infizierte Personen werden im Klinikum selbst aufgenommen. Aber ist es darauf vorbereitet, auch wenn die Zahlen kräftig ansteigen sollten? Die LZ nachgefragt.

„Für Zeiten, in denen vermehrt Patienten mit Infektionskrankheiten versorgt werden müssen, verfügt das Klinikum Lüneburg über einen sogenannten Epidemie- und Pandemieplan“, erklärt Pressesprecherin Angela Wilhelm. In diesem Plan seien Regelungen festgelegt, um die Versorgung der betroffenen Patienten zu gewährleisten und gleichzeitig auch den regulären Krankenhausbetrieb und die Versorgung der Patienten außerhalb des Infektionsgeschehens mit geringstmöglichen Einschränkungen fortzuführen.

Schaffung zusätzlicher Räume möglich

Grundsätzlich sind Wilhelm zufolge ausreichend räumliche Möglichkeiten zur Versorgung infektiöser Patienten vorhanden. Bei Bedarf könnten aber auch zusätzliche Kapazitäten durch Umnutzung anderer Räume geschaffen werden.

Besucher-Stopp?

Klinikum prüft Situation

Die Dianaklinik und das Herz- und Gefäß-Zentrum Bad Bevensen haben am Donnerstag um 16 Uhr mitgeteilt, dass sie einen sofortigen Besucherstopp verhängen. Für diese Maßnahme habe man sich „vorsorglich zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter“ und „in Anlehnung an die letzten Empfehlungen des Bundesministers für Gesundheit und des Robert-Koch-Instituts“ entschieden. Die Frage, ob auch das Klinikum Lüneburg eine solche Maßnahme in Betracht zieht, beantwortet Pressesprecherin Angela Wilhelm so: „Das Klinikum wird die Situation prüfen.“ ap

Das Klinikum verfügt in der Zentralen Notaufnahme zudem über einen Isolationsbereich mit mehreren Zimmern, die von außen direkt zugänglich sind. So können Patienten vom Rettungsdienst dorthin gebracht werden, ohne andere Bereiche des Klinikums betreten zu müssen.

Das Klinikpersonal selbst werde durch eine persönliche Schutzausrüstung, bestehend aus Handschuhen, einem Kittel, einer Mund-Nasen-Maske und einer Schutzbrille, und die räumliche Isolation der Patienten „ausreichend“ geschützt, erklärt Wilhelm.

„Sollten die hier zur Verfügung stehenden Kapazitäten nicht ausreichen, ließen sich die genannten Bereiche auf jeder Ebene schrittweise um weitere Zimmer erweitern.“ – Pressesprecherin Angela Wilhelm

Direkt über diesem Teil der Zentralen Notaufnahme befindet sich die Intensivstation, ebenfalls mit einem eigenen Isolationsbereich. Die darüber befindliche Normalstation kann bei Bedarf in gleicher Weise für Isolationszwecke vom übrigen Klinikum abgetrennt werden.

Alle drei Ebenen sind durch ein gemeinsames Treppenhaus und einen Fahrstuhl verbunden, die dann ausschließlich für die Versorgung der isolierten Bereiche genutzt werden können. „Sollten die hier zur Verfügung stehenden Kapazitäten nicht ausreichen, ließen sich die genannten Bereiche auf jeder Ebene schrittweise um weitere Zimmer erweitern und so kurzfristig die räumlichen Voraussetzungen schaffen, um eine noch größere Anzahl von erkrankten Patienten mit Coronavirus auf der Normalstation oder, wenn erforderlich, auch auf der Intensivstation versorgen zu können“, erklärt die Pressesprecherin.

Angela Wilhelm verweist zudem auf langjährige Erfahrung des Klinikums im Umgang mit größeren Patientenzahlen infolge von Infektionserkrankungen. Als Beispiel nannte sie die jährlich saisonal auftretenden Norovirus-Ausbrüche oder Grippewellen.

Von Ulf Stüwe

 

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