Sonntag , 20. September 2020
Dort, wo derzeit noch viel Wasser auf den Feldern steht, soll das neue Artlenburger Baugebiet „Hufen“ entstehen. Am rechten Ortsrand ist die Bundesstraße 209 zu sehen. Foto: be

Artlenburg wächst um rund 100 Bürger

Artlenburg. Geplant war es schon länger, nun ist es auch offiziell: Der Flecken Artlenburg wächst weiter. Einstimmig brachte der Gemeinderat den Bebauungsplan „ Hufen“ auf den Weg. Im südlichen Bereich des Ortes an der Elbe ist der Weg frei für neue Wohnhäuser. Hinter der derzeitigen Bebauungsgrenze am Hufenweg, zwischen der Marienthaler Straße im Westen, der Bundesstraße 209 im Osten und einem kleinen Wirtschaftsweg im Süden Richtung Marienthal entsteht in zwei Schritten bis 2025 ein Neubaugebiet mit insgesamt 23 Grundstücken. Noch im Laufe dieses Jahres sollen die ersten 13 Flächen verkauft werden.

„Das regelt ein städtebaulicher Vertrag, den der Flecken mit der Scharnebecker Erschließungs- und Baugesellschaft geschlossen hat“, berichtet Artlenburgs Bürgermeister Rolf Twesten (CDU). Bis die Vermarktung aber beginnen kann, müsse die Scharnebecker Erschließungs- und Baugesellschaft (SEB) die Fläche noch vom Land Niedersachsen erwerben. Eine Formalie, so der Bürgermeister.

„Zielgruppe sind Privatpersonen, die bauen wollen.“ – Bürgermeister Rolf Twesten

Dass das Baugebiet nicht aus einem Guss entstehen kann, ist den Vorgaben des Regionalen Raumordnungsprogramms geschuldet. „Dieses lässt es nicht anders zu, dass wir jetzt zunächst mit 13 Grundstücken beginnen und ab dem 1. Januar 2025 die restlichen zehn in die Vermarktung bringen“, erläutert Twesten.

In der ersten Phase wird zunächst Platz geschaffen überwiegend für Einfamilienhäuser, aber auch für zwei Mehrfamilienhäuser. „Zielgruppe sind Privatpersonen, die bauen wollen. Also der typische Häuslebauer, der für sich selbst Wohnraum schafft“, sagt Twesten. Und die Nachfrage nach Bauplätzen am Südrand des Fleckens sei bereits groß: „40 Anfragen sind es innerhalb des vergangenen halben Jahres gewesen, sodass schon eine Warteliste aufgemacht werden musste.“ Vor allem in den eigenen Reihen sei der Bedarf nach Bauland hoch. „Die meisten Interessenten kommen aus Artlenburg selbst. Aber auch aus der näheren Umgebung haben sich Bauwillige gemeldet“, berichtet der Bürgermeister.

Es gibt schon eine Warteliste

Mit einem Plus von 60 Einwohnern rechnet er, wenn das Neubaugebiet fertig ist. Doch insgesamt werden wohl 100 Neubürger zu den 1700 Artlenburgern in naher Zukunft hinzukommen, schätzt er darüber hinaus die weitere Entwicklung ein. „Weil wir auch innerorts den Gebäudebestand verdichten und so neuen Wohnraum schaffen.“

Die Infrastruktur des Elbeortes könne das Bevölkerungswachstum gut verkraften, glaubt er. Die Voraussetzungen stimmten: „Die Planungen für den Kindergarten-Anbau sind schon weit fortgeschritten, der neue Norma-Markt wird gut von den Bürgern angenommen.“ Überdies verjünge sich der Flecken, weil erfahrungsgemäß Familien mit Kindern neu bauten beziehungsweise zuzögen. „Damit sichern wir zum Beispiel unsere Grundschule für die Zukunft.“

Neben dem Bebauungsplan „Hufen“ gebe es vorerst keine Planung für Baugebiete. „Wobei wir die Option für die weitere Bebauung hinter dem Gebiet Hufen in Richtung Marienthal hätten.“ Doch das sei erst einmal nur eine Idee. „Konkret ist die Überlegung bislang nicht.“

Von Stefan Bohlmann