Mittwoch , 23. September 2020
Andrea Schmidt, Gunnar Schulze, Christian Krause, Dennis Neumann und Jens Böther bestaunen die neue Außenfassade des Elbschloss-Nordflügels. Foto: t&w

Bleckede präsentiert sein neues Juwel

Bleckede. Endlich ist es soweit: Knapp zwei Jahre nachdem im Mai 2018 im Elbschloss der erste Hammerschlag für die Instandsetzung des Nordflügels fiel, präsentiert die Stadt Bleckede nun das erste Ergebnis der umfangreichen Sanierungsarbeiten.

2000 hatte die Stadt Bleckede den Renaissancebau von 1600 für eine symbolische Mark vom Landkreis Lüneburg gekauft und zunächst den Westflügel saniert. Doch schon bei der Einweihung 2002 war klar, dass der Nordflügel würde folgen müssen. Allein das Geld fehlte. In einer Voruntersuchung hatte die Stadt 2013 die Schäden und den Sanierungsbedarf sowie den Dokumentationsbedarf ermitteln lassen. Unter dem Strich standen damals rund 1,3 Millionen Euro, inzwischen sind die Kosten um eine Million Euro gestiegen.

„Die Sanierung der Außenfassade ist in großen Teilen abgeschlossen“ – Bauingenieur Christian Krause

Einen Eigenanteil in Höhe von 1 525 000 Euro stemmt die Stadt Bleckede selbst mithilfe der Städtebauförderung, 425 000 Euro kommen von der Sparkassenstiftung Lüneburg, 300 000 Euro vom Landkreis Lüneburg und 50 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Horrende Kosten, die sich jedoch gelohnt haben, da sind sich alle Beteiligten einig. „Die Sanierung der Außenfassade ist in großen Teilen abgeschlossen“, erklärt der städtische Bauingenieur Christian Krause. „Nun müssen noch Geländer, Fenster und Türen gestrichen und die Fassadenbeleuchtung installiert werden.“

Final beendet sein sollen die Arbeiten im Herbst. Architekt Gunnar Schulze war früher als Denkmalpfleger beim Landkreis Lüneburg beschäftigt, „da war dieses Projekt eine Herzensangelegenheit für mich.“ Er schwärmt von den filigranen Zierelementen, Schnitzwerken und Fächerrosetten. „Das alles ist typisch für die Renaissance. In den 50er-Jahren wurde da leider bei der Renovierung vieles falsch gemacht, nun wurde endlich fachgerecht nachgearbeitet.“

Man befinde sich bereits auf der Zielgerade, berichtet er. „Es gab sehr viel in Sachen Brandschutz zu tun, durch die Dämmung der Außenwände konnten wir energetisch viel verbessern.“ Der zweigeschossige Nordflügel wird barrierefrei sein. Schulze: „Der Eingang hat keine Stufe, die Toilette ist behindertengerecht und der Aufzug wird gerade noch gefertigt.“ Das komplette Dachgeschoss ist entkernt worden, im Bereich des Dachtragwerks war eine aufwendige Schadstoffsanierung notwendig, die Liste der durchgeführten Maßnahmen ist lang.

„Die Kosten werden sich auszahlen“

Landrat Jens Böther, der den Start der Arbeiten noch als Bürgermeister mitangestoßen hatte, ist begeistert vom neuen Glanz, in dem der Nordflügel erstrahlt. „Es ist großartig zu sehen, wie eine Vision Form annimmt. Hier waren viele Menschen mit Elan am Werk. Wenn es so weitergeht, dann wird es genauso, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Auch sein Nachfolger Dennis Neumann ist zufrieden. „Das Schloss ist in dieser Form einzigartig und wichtig für die Region. Die Kosten werden sich auszahlen.“ Er betont auch: „Es ist ein Glück, dass alle Akteure so zusammengestanden haben. Alleine wäre das kaum zu finanzieren gewesen.“

Von Lea Schulze