Dienstag , 29. September 2020
Das Gebäude, in dem derzeit noch das Jugendzentrum untergebracht ist, könnte zu einem Gründerzentrum für junge Menschen werden, die dort soziale und nachhaltige Zukunftsprojekte entwickeln. Foto: t&w

Ideenschmiede für junge Menschen

Lüneburg. Ein Zentrum, in dem junge Menschen soziale und nachhaltige Zukunftsprojekte entwickeln können, soll an der Katzenstraße entstehen. Der Eigentümer des Gebäudes, in dem das Mosaique als interkultureller Begegnungsort seine vielfältigen Angebote macht, möchte deshalb auch den angrenzenden Gebäudetrakt Katzenstraße 1a von der Stadt kaufen. Sozialdezernentin Pia Steinrücke bestätigte auf Anfrage, dass Verkaufsverhandlungen laufen.

Derzeit befindet sich in dem Teil des Gebäudekomplexes der ehemaligen Musikschule noch das Jugendzentrum Stadtmitte. Bereits Ende 2018 war von der Verwaltung im Jugendhilfeausschuss skizziert worden, dass ein Haus der Jugend für die Stadt errichtet werden soll. Mögliche Standorte könnten sowohl am Bahnhof in einer ehemaligen Güterhalle als auch auf dem Postgelände sein. „Der Bedarf und die Umsetzung eines solchen Hauses für die Jugend wird derzeit geprüft und mit dem Stadtjugendring besprochen, der in diesem Frühjahr in ein Nebengebäude auf dem Postgelände einziehen wird“, sagt Steinrücke.

Es geht um die Förderung innovativer Ideen

Gleichzeitig sei aber auch heute schon festzustellen, dass viele Angebote für Kinder und Jugendliche in Stadtteilhäusern stattfinden. In diesem Jahr wird die Stadt außerdem unter Beteiligung der Bürger prüfen, wie die Stadtteilarbeit weiter entwickelt werden kann. Dabei wird es auch um die Kinder- und Jugendarbeit gehen. In der Stadtmitte macht der interkulturelle Begegnungsort Mosaique Angebote für alle Altersgruppen. Sehr gut angenommen würden diese auch von den Besuchern des Jugendzentrums, sagt Steinrücke.

Junge Lüneburger engagieren sich auch stark gegen den Klimawandel wie die Fridays-for-future-Demos zeigen oder in sozialen Projekten wie „Jugend für Geflüchtete“. Die Förderung innovativer Ideen von jungen Menschen zu sozialen und Nachhaltigkeitsthemen werde künftig immer mehr Gewicht bekommen, sind Steinrücke und die Verwaltung überzeugt. Deshalb begrüßen sie den Wunsch des Eigentümers des Mosaique-Gebäudes, Räume zu schaffen, in denen solche Ideen umgesetzt werden können.

Platz schaffen für soziale Projekte und Geschäftsideen

Einziehen sollen dort Gründerzentren für Start ups, die Ideen entwickeln und umsetzen. In verschiedenen Großstädten gibt es solche „Social impact labs“ bereits – Begegnungsorte für junge Menschen, an denen sie soziale, profitable sowie nachhaltige Geschäftsideen und Zukunftsprojekte entwickeln wie „Unverpackt einkaufen“ oder „Querstadtein“ – Stadtführungen für Obdachlose. Diese hat die Lüneburger Sozialdezernentin bereits in Berlin besucht und ist begeistert. Die Einrichtung eines solchen Zentrums in Lüneburg sei eine große Chance, um die Firmen junger Gründer in der Stadt zu halten. Gleichzeitig sieht sie erhebliche Synergien mit dem benachbarten Mosaique.

Der Käufer des Gebäudes Katzenstraße 1a würde den in die Jahre gekommenen Gebäudetrakt in dem Stil des Mosaique-Komplexes sanieren. Für das Vorhaben hat er bereits eine Zusage der NBank für eine Förderung in Höhe von knapp einer Million Euro. „Diese Mittel stehen bis 2022 zur Verfügung. Dieser Förderzeitraum ermöglicht, dass die Stadt das Gebäude vom dem Käufer für eine Übergangszeit von drei Jahren mieten kann. So können die Angebote des Jugendzentrums dort weiter vorgehalten werden, bis das Haus der Jugend errichtet wird“, erläutert Pia Steinrücke.

Von Antje Schäfer