Samstag , 26. September 2020
Ein Archivbild der Gemeinschaftsunterkunft am Vrestorfer Weg. (Foto: t&w)

Stadt stoppt Abbau der Flüchtlingsunterkünfte

Lüneburg. Tausende Flüchtlinge versuchen von der Türkei über Griechenland nach Europa zu gelangen, die Lage an der Grenze ist dramatisch. Kommen wieder unzählige Menschen, die vor Krieg und wirtschaftlicher Not fliehen, in die Bundesrepublik? Auch wenn vieles davon Spekulation ist, bereiten sich Stadt und Kreis auf ein mögliches Szenario vor. So hat die Verwaltung am Montag versucht, den für diese Woche geplanten Abbau der Gemeinschaftsunterkunft am Vrestorfer Weg zu stoppen, um die Wohncontainer im Fall der Fälle weiter nutzen zu können. Eigentlich gab es bereits Interessenten für die Mobilunterkünfte.

Sozialdezernentin Pia Steinrücke sagt: „In den bestehenden Gemeinschaftsunterkünften haben wir noch rund 200 Plätze in Reserve, die Gemeinschaftsunterkunft Vrestorfer Weg mit 58 und Oedeme mit 84 Plätzen inbegriffen. Den geplanten Umbau der Gemeinschaftsunterkunft Oedeme zu regulären Wohnungen haben wir vorerst angehalten, damit auch diese Unterkunft für zusätzliche Geflüchtete weiterhin zur Verfügung steht.“

Ob weitere Bleiben geschaffen werden müssen, bleibe abzuwarten, dann werde die Verwaltung entsprechend handeln. Pia Steinrücke betont: „Oberstes Ziel ist weiterhin eine menschenwürdige Unterbringung dezentral im gesamten Stadtgebiet und die Vermeidung von Notunterkünften in Turnhallen. Durch die Erfahrungen in 2014/2015 sehen wir uns trotz aller Herausforderungen gut in der Lage, einer erneuten ‚Flüchtlingswelle‘ zu begegnen.“

Damals hatte die Stadt darauf gesetzt, keine Massenunterkünfte anzulegen, sondern Zuwanderer in den verschiedenen Stadtteilen unterzubringen. Die Obergrenze lag bei 200 Personen, diese Zahl wurde aber nicht überall erreicht. Das größte Quartier lag in der ehemaligen Schlieffen-Kaserne an der Bleckeder Landstraße. Die beiden damals belegten Blöcke sind inzwischen abgerissen worden. Bekanntlich entsteht dort ein Wohngebiet.

Auch im Kreishaus sieht man sich gut aufgestellt. Die Fachbereichsleiterin Soziales, Yvonne Hobro, erklärt: „Sollten verstärkt Geflüchtete in die Region kommen, so wird der Landkreis wie bereits in 2015 in enger Abstimmung mit den Kommunen kurzfristige Lösungen finden, die eine menschenwürdige Unterbringung der Geflüchteten garantieren. Es stehen verschiedene Möglichkeiten der Unterbringung bereit, wie zum Beispiel das ehemalige Krankenhaus in Scharnebeck. Stadt und Landkreis Lüneburg sowie alle beteiligten Kommunen arbeiten bei der Unterbringung von Flüchtlingen eng zusammen.“ » Seiten 16/17

Von Carlo Eggeling