Donnerstag , 24. September 2020
Was wünschen sich die Adendorfer für ihre Gemeinde? Einige Antworten stehen in der Mappe „Bürgervisionen 2030“, die (von links) Maren Elvers, Gundula Meyer und Sven Hofses (rechts) vom Bürgerverein an Bürgermeister Thomas Maack überreichten. Foto: t&w

Adendorf soll grüner werden

Adendorf/Erbstorf. Wie wäre es wohl, wenn in ganz Adendorf Tempo 30 mit Rechts-vor-links-Verkehr gälte? Wenn der Ort ein Dorfgemeinschaftshaus hätte, in dem gespielt und gefeiert wird, Dächer begrünt und „verschotterte“ Gärten Geschichte wären? 20 der mehr als 10.000 Adendorfer und Erbstorfer haben sich den Winter über Gedanken zur Zukunft ihrer Gemeinde gemacht. Dazu aufgerufen hatte der Bürgerverein unter dem Motto „Bürgervisionen 2030“. Die Ergebnisse wurden in einer Mappe gesammelt und Bürgermeister Thomas Maack jetzt im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Erbstorfer Restaurant „Lim’s“ übergeben.

Mit Aushängen hatte sich der Vorstand um eine rege Teilnahme an der Befragung bemüht. „Aber das ist immer ein sehr zähes Geschäft“, weiß Vorsitzende Gundula Meyer aus Erfahrung. Zuletzt hatte der Bürgerverein 2011/2012 die Visionen der Adendorfer für ihre Gemeinde abgefragt, zwischendurch – nach alter Tradition – alle zwei Jahre Lob und Tadel für die Verwaltungsspitze gesammelt. Doch mehr als 80 Menschen haben sich noch nie gemeldet. Meyer hat zwei Thesen dazu. Erstens: „Ich glaube, in Adendorf herrscht eine sehr große Zufriedenheit.“ Und zweitens: „Viele Mitbürger sind vielleicht noch nicht so E-Mail-affin.“ Wobei die verschriftlichten Visionen durchaus auch per Post eingereicht werden durften.

Auch öffentliche Gelände sollen attraktiver werden

Sechs Seiten voller Ideen mitsamt Begründungen sind trotzdem zusammengekommen – und der Einsatz lohne sich, betont Bürgermeister Thomas Maack gegenüber der LZ: „Wir haben 70 Prozent der Dinge, die in der Vergangenheit angesprochen wurden, in unserer Strategie abgearbeitet.“ Dennoch sei, wie schon beim letzten Mal, der Wunsch nach einer Belebung der „Teichaue“ geäußert worden, berichtet Gundula Meyer, die die Einsendungen ausgewertet hatte. Maack erklärt hierzu, dass im Rahmen des Sportentwicklungsplans besprochen worden sei, auch öffentliche Gelände attraktiver gestalten zu wollen. Für die Teichaue komme eine sportliche Nutzung infrage, als Fitnesspark.

Die Wünsche der Adendorfer sind breit gestreut: Kleinparkflächen für Mietfahrzeuge zur individuellen Nutzung, ein Obst- und Gemüsegarten für alle, ein Bürgersolarpark, eine „fachgerechte“ Obstbaumpflege, bezahlbarer Wohnraum oder eine flächendeckende Straßenreinigung durch den Bauhof – Ideen über Ideen. Nur eine kam gleich zweimal auf: das Dorfgemeinschaftshaus. Zur Begründung heißt es, dass ein solcher Treffpunkt das kulturelle Angebot vor Ort erweitern könnte und zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls beitrage.

Verbot von Plastikzäunen und Schottergärten

Aktuell wird in der Gemeinde Adendorf ein Einzelhandelskonzept erarbeitet, mit dem unter anderem die Einkaufsmöglichkeiten im Zentrum attraktiver gestaltet werden sollen. Auch zu diesem Thema liefen Vorschläge auf – mit ein bisschen versteckter Kritik an Parkplatz- und Verkehrssituationen sowie der Bepflanzung zwischen den Parkstreifen und Fußwegen. „Das jetzige Ortszentrum lädt nicht zum Verweilen ein“, heißt es.

Apropos Bepflanzung: Wie sieht es eigentlich mit den Gärten aus? „Die Schottergärten wollen wir alle nicht“, sagt Verwaltungschef Maack. Es sei möglich, diese in neuen Baugebieten zu untersagen. „Wir wollen aber noch weitergehen und dort Plastikzäune verbieten.“ Einen Wunsch allerdings können Politik und Verwaltung ganz sicher nicht erfüllen, er stammt von Gundula Meyer: mehr Rückmeldungen auf die Befragungen des Bürgervereins.

Von Anna Petersen